Internationale Bande: Matchfixing im Profitennis Autor: A.Kockartz

Di 05/06/2018 - 14:20 A.Kockartz Die belgische Staatsanwaltschaft hat am Dienstag eine belgisch-armenische Bande ausgehoben, die sich darauf spezialisiert hatte, Begegnungen im Profitennis in Zusammenhang mit Sportwetten zu beeinflussen. Polizei und Justiz durchsuchte 21 Häuser und Wohnungen. Bei den Razzien wurden 13 Verdächtige festgenommen.

Die belgisch-armenische Bande soll bereits seit 2014 Tennisbegegnungen in den unteren Klassen in Belgien beeinflusst haben, um „mit Vorkenntnis Sportwetten“ abschließen zu können. Dabei wurden Tennisprofis aus den unteren Ligen angesprochen und teilweise auch bedroht, wie Eric Van Der Sypt von der Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel mitteilte: „Tennisspieler wurde angeraten, ihre Spiele zu verlieren.“

Die belgische Bundespolizei beobachtete diese Bande schon seit geraumer Zeit und durchsuchte am Dienstag 21 Wohnungen in mehreren Brüsseler Stadtteilen und in anderen belgischen Städten: Mechelen, Sint-Gillis, Vilvoorde, Ukkel, Laken, Jette, Schaarbeek, Sint-Agatha-Berchem und Geraardsbergen. Dabei wurden 13 Personen zu Verhören festgenommen.

Kriminelles Netzwerk

„Dabei handelt es sich um wichtige Figuren aus diesem kriminellen Netzwerk, aber auch um Tennisspieler und um Leute, wie Wetten abgeschlossen haben.“, so Van Der Sypt. Die Betroffenen werden dem Haftrichter vorgeführt. Die Festgenommenen sollen fast alle das gleiche Profil haben: Kein Einkommen und keine Arbeit. Aber, sie haben offenbar in belgischen Wettbüros hohe Summen auf Tennisspiele im Ausland mit belgischer Beteiligung gesetzt, so die Staatsanwaltschaft.

Bei den beeinflussten Begegnungen handelte es sich um internale Spiele in den unteren Klassen, wo es keine hohen Preisgelder gibt und keine TV-Kameras das Geschehen im Bild festhalten. Deshalb ist es dort sehr gut möglich, Matchfixing zu begehen und Spieler einzusetzen, die im Vorfeld beeinflusst werden konnten - mit oder ohne deren Einverständnis, mit oder ohne Drohungen.