Zweitligist OHL Löwen in thailändischen Händen Autor: A.Kockartz

Mi 17/05/2017 - 15:40 A.Kockartz Der belgische Zweitligaverein OHL Löwen (genauer Liga 1B) wird von der thailändischen King Power-Gruppe um den Leicester City-Besitzer Vichai Srivaddhanaprabha übernommen. Vorher zeigten auch Bieter aus China und eine flämische Unternehmergruppe Interesse, doch OHL entschied sich für den Millionär aus Thailand. Ob bei den Löwenern das gleiche Potential zu finden ist, wie beim amtierenden Premier League-Meister bleibt abzuwarten.

Nach Aussagen von Club-Vorstand Chris Vandebroeck sei die King Pawer-Gruppe (ein Unternehmen, dass mit Tax Free-Handel Milliarden verdient) „ein Zug, der nur einmal vorbei kommt.“ Mit den Thailändern hofft Vandebroeck so schnell wie möglich wieder in die Erste Liga aufsteigen zu können, um dort an der Spitze mitzuhalten.

Dieses Projekt biete die meisten Garantien für die Zukunft, sowohl auf sportlicher, als auch auf finanzieller Ebene, hieß es weiter dazu bei OHL. Angeblich wurde noch mit Interessenten aus China verhandelt, weswegen mit neuen Partnern offiziell erst ab dem 30. Juni gesprochen werden sollte, doch inzwischen wurde deutlich, dass sich der Fußballverein längst mit King Power geeinigt hat.

Diese Übernahme stößt fast nirgendwo auf positive Reaktionen. Löwens Bürgermeister Louis Tobback (SP.A) sagte, er hätte lieber ein paar Löwener Marc Couckes als Übernahmekandidaten gesehen. Coucke ist ein schwerreicher Geschäftsmann, der unter anderem den Küstenverein KV Ostende besitzt und auch anderen Sportvereinen unter die Arme greift. Mit Löwener Unternehmern meint Tobback eine Gruppe lokaler Interessenten, die ebenfalls ein Angebot abgegeben hatten und zwar mit Unterstützung von Asyl-Staatssekretär und OHL-Fan Theo Francken (N-VA), der ebenfalls nicht gerade besonders erfreut ist.

Doch nach Aussagen des OHL-Vorstandes sei das King Power-Angebot das einzige konkrete und kohärente Angebot gewesen. Wie die Fans die Sache sehen, bleibt abzuwarten. Über einen schwerreichen Besitzer, der wie in Leicester mit seinem Hubschrauber auf dem Spielfeld landet, freuen sich wohl nur die wenigsten… Nur das Stadion selbst und die Jugendarbeit bleibt in heimischen Händen.