"Stop Tihange" wird gegen Belgien klagen Autor: A.Kockartz

Belga
Mi 11/04/2018 - 10:21 A.Kockartz Die niederländische Anti-Atomkraft-Aktionsgruppe „Stop Tihange“ wird am Samstag, den 21. April, bei der Polizei Anzeige gegen den belgischen Staat einreichen. Nach Ansicht von „Stop Tihange“ sei das Leben von Millionen von Menschen durch die unsicheren Reaktoren in den Kernkraftwerken von Tihange bei Lüttich (Foto) und Doel bei Antwerpen bedroht.

Die Initiatoren der Klage fühlen sich kurz und knapp zusammengefasst in ihrer Sicherheit angesichts des „Schrottmeilers“ Tihange 2 bedroht.

Jos Gullikers von „Stop Tihange“ zweifelt an der Absicht der belgischen Bundesregierung, 2025 wirklich aus der Atomkraft auszusteigen: „Vor kurzem wurde im Energiepakt noch beschlossen, 2025 die Kernkraftwerke zu schließen, doch das ist uns zu spät. Die Reaktoren mit den Rissen sind so unsicher, dass sie unserer Ansicht nach viel schneller abgeschaltet werden müssen.“

Zudem, so Gullikers, seien in den Plänen zum belgischen Atom-Aus so viele „Voraussetzungen und Aber“ eingebaut, dass eine Verlängerung der Laufzeit von Tihange noch immer zu den Möglichkeiten gehöre.

„Stop Tihange“ will am 21. April um 14 Uhr bei der Polizei von Tongeren in der Provinz Limburg vorstellig werden, um die Klage gegen den belgischen Staat einzureichen. 100 Personen werden dabei einzeln Anzeige erstatten.

Unterstützt wird die Klage auch vom „Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie“, von mehreren weiteren niederländischen Anti-Atomkraftgruppierungen, von den belgischen Anti-AKW-Initiativen „Fin du nucléaire“ und „Réveil anti nucléaire“ und von „Stop Tihange Deutschland“.