Voyeur: Verdächtiger ist ein Jugendtrainer Autor: A.Kockartz

Joost Schellevis
Di 13/03/2018 - 14:22 A.Kockartz Am Montag verhaftete die Polizei einen 41 Jahre alten Mann, der im Verdacht steht, der Voyeur zu sein, der junge Frauen unter der Dusche der Hochschule von Gent (HoGent) gefilmt hat und diese Bilder auf einem voyeuristischen Internetforum in den Niederlanden veröffentlichte. Die Staatsanwaltschaft wollte dazu noch nichts sagen, doch der Bericht wurde der VRT-Nachrichtenredaktion aus mehreren Quellen bestätigt.

Der Verdächtige trainierte einen Kampfsportverein, der in der Sporthalle der HoGent aktiv war und erst vor kurzem sei der Mann bei diesem Verein auch Jugendtrainer geworden, hieß es dazu. Es waren wohl gleich mehrere Indizien, die die Polizei auf das Profil des Verhafteten brachten: Fotos und Videos zeigten Frauen in den Umkleidekabinen und unter der Dusche in der HoGent-Sporthalle und die Bilder waren jeweils durch ein Loch in den Türen aufgenommen worden.

In den vergangenen beiden Tagen hatte noch jemand versucht, gerade diese Aufnahmen auf der niederländischen Voyeur-Webseite zu löschen. Dies könnte der Verdächtige selbst gewesen sein, so die Staatsanwaltschaft.

Der Kampfsportclub des Verdächtigen reagierte betroffen auf die Nachricht und hält es für eine unglaubliche Sache, dass ausgerechnet einer seiner Mitglieder so unter Verdacht geraten konnte. Patrick Roose, einer der Verantwortlichen des Vereins sagte dazu: „Unsere Kriegskunst basiert auf Vertrauen und Respekt. Das ist von einer einzigen Person mit Füßen getreten worden. (…) Das hat einen enormen Einfluss auf den Club, doch ich werde mich stark dafür machen, dass wir das überstehen.“

Der Club erstattete übrigens Anzeige gegen den Mann und auch die betroffenen Frauen haben ihn jeweils verklagt. Der Verein gibt an, sich um die Mitglieder jetzt intensiv zu kümmern. Inzwischen ruft die Direktion der Hochschule von Gent alle Sportvereine dazu auf, wachsam zu sein. Die HoGent gibt an, weiter Vertrauen in den Kampfsport zu haben, der ihre Räumlichkeiten nutzt. Daran werde sich nichts ändern, hieß es dazu.