Viele Klagen gegen private Sicherheitsfirmen Autor: A.Kockartz

Belga
Mo 05/03/2018 - 10:45 A.Kockartz Die Zahl der Klagen gegen Mitarbeiter von privaten Wach- und Sicherheitsfirmen ist in Belgien im Laufe eines Jahres um knapp 40% angestiegen. In unserem Land arbeiten derzeit etwa 20.000 Beschäftigte bei privaten Sicherheitsfirmen. Sie sichern sowohl Unternehmen und privatwirtschaftliche Einrichtungen, wie z.B. Einkaufszentren, als auch öffentliche Gebäude, wie Schulen, Bahnhöfe oder Flughäfen ab.

Nicht zuletzt findet hierzulande kaum noch eine Großveranstaltung ohne private Sicherheitsleute statt. Bewachung und Sicherung von Gebäuden, Einrichtungen oder Veranstaltungen durch private Unternehmen wird in den jüngsten Jahren auch in Belgien immer beliebter, doch für diesen Sektor gelten strenge Regeln, die auch z.B. für Privatdetektive, für Kaufhausdetektive oder für Portiers und Türsteher gelten.

Reporters

Leider übertreten viele dieser Sicherheitsleute ihre Kompetenzen oder fallen durch unnötige Härte in ihrem Auftreten auf, wie das Referat „Kontrolle der privaten Sicherheit“ innerhalb des belgischen Innenministeriums feststellen muss.

Im vergangenen Jahr wurden 973 Klagen gegen Mitarbeiter von privaten Sicherheitsunternehmen oder gegen solche Firmen direkt bearbeitet. Das entspricht einem Anstieg um knapp 40 % gegenüber 2016. Nach jahrelangem freiem Handeln von nicht angemeldeten Sicherheitsfirmen oder sogenannten „Cowboys“ unter den Wachleuten lag dieser Sektor in einem schlechten Licht.

Mittlerweile jedoch müssen die Mitarbeiter solcher Firmen eine Ausbildung vorweisen können und sie müssen einen Verhaltenskodex unterschreiben. Das bedeutet auch, dass sie sich mit einem speziellen Dokument oder einem offiziellen Badge ausweisen können müssen, doch hier drückt offenbar der Schuh.

Jeder, also auch Privatpersonen, hat das Recht, das Vorzeigen dieser Legitimationen zu verlangen und die Wachleute dürfen dies nicht verweigern, was aber nicht selten passiert. Immer noch lassen private Sicherheitsfirmen in Belgien Leute für sich arbeiten, die weder ausreichend ausgebildet sind, noch irgendeine Ahnung von einem richtigen und gesetzmäßigen Verhalten bei ihrer Arbeit haben.

Drei sensible Bereiche

Private Wachleute dürfen bei Eingangskontrollen zwar Taschen von Privatleuten kontrollieren. Sie dürfen sie aber nicht durchsuchen oder gar durchwühlen, was leider zu oft geschient. Sie dürfen bei Leibesvisitationen, das sogenannte „leichte Durchsuchen“ nur Kleidungsstücke berühren, nicht aber Körperteile. Auch hiergegen wird „gerne“ verstoßen.

Nicht zuletzt müssen Wachleute, die Personen genauer untersuchen sollen, das gleiche Geschlecht haben, wie die zu durchsuchenden Personen und diese Kontrolle darf zudem nicht in der Öffentlichkeit vorgenommen werden, sondern muss in einem abgeschiedenen Raum erfolgen. Dies ist offenbar auch ein Problem in diesem Sektor.