Killer von Brabant: Neuer Elan in den Ermittlungen Autor: A.Kockartz

Di 06/02/2018 - 12:55 A.Kockartz In die Ermittlungen zu den Verbrechen der Brabanter Killer in den 1980er Jahren ist nach den jüngsten Erkenntnissen und Entwicklungen neuer Elan zu bemerken. In den vergangenen Monaten führten hunderte neue Hinweise zu konkreten Ergebnissen. Dies hat zur Folge, dass ein neuer Ermittlungsplan aufgestellt wird und dass die SOKO, die die Ermittlungen führt, von derzeit 11 auf 30 Mann verstärkt wird.

Belgiens Justizminister Koen Geens (CD&V - kl. Foto) gab im parlamentarischen Justizausschuss (Foto) zu verstehen, dass etwa 470 der zuletzt rund 800 eingegangenen Hinweise brauchbar für die weiteren Ermittlungen zur Aufklärung der Hintergründe zu den Verbrechen der Killerbande von Brabant seien.

Im Zuge dessen wird jetzt ein neuer Ermittlungsplan aufgestellt und die Ermittler werden um 19 Beamte auf dann 30 Kriminalpolizisten aufgestockt. Schon jetzt werde 120 dieser Hinweise konkret nachgegangen.

Diese Entwicklung besprachen Justizminister Geens und die verschiedenen Staatsanwälte und Ermittlungsrichter der Bundesstaatsanwaltschaft in der vergangenen Woche. Das Team der Ermittler wurde bereits um einige Profiler und Verbrechensanalysten sowie um Mitglieder des Komitee P (das parlamentarische Kontrollorgan für die Polizei- und Ermittlungsdienste) ergänzt. Aufgrund deren Arbeit werden noch weitere Ermittler auf den Fall angesetzt, damit die SOKO letztendlich 30 Mitglieder umfassen wird.

Bundesstaatsanwaltschaft

Justizminister Geens sagte vor dem Justizausschuss der Ersten Kammer im belgischen Bundesparlament, dass ab jetzt kein einziges Element der Ermittlungen mehr unbeachtet bleibe. Jedes Indiz, dass in der jüngeren Vergangenheit aufgetaucht sei, werde einem Audit unterzogen. Möglicherweise wird der gesamte Fall zudem an die Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel übertragen, die dann die Leitung der Ermittlungen übernehmen wird.

Die Killerbande von Brabant führte in der Zeit zwischen 1982 und 1985 mehrere blutige und brutale Überfälle in Flämisch- und Wallonisch-Brabant durch, zumeist auf Warenhäuser. Dabei waren 28 Menschen ums Leben gekommen und rund 20 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Bis jetzt ist dieser Fall nicht aufgeklärt. In den vergangenen Monaten kam wieder Schwung in die Ermittlungen, als einer der möglichen Bandenmitglieder identifiziert werden konnte.