Frankreichs Finanzamt hat reiche Belgier im Visier Autor: U. Neumann

Sa 03/02/2018 - 13:03 U. Neumann Das französische Finanzamt wird Ausländer, die teure Immobilien in Frankreich besitzen, zusätzlich besteuern. Das schreibt die Zeitung Het Laatste Nieuws.

Wer für 1,3 Millionen Euro oder mehr Immobilien in Frankreich besitzt, musste bereits eine Steuer auf den Wert dieser Immobilien bezahlen. Die Steuer betrug zwischen einem halben und eineinhalb Prozent.

Jetzt toleriert der französische Fiskus jedoch nicht länger, dass man bestimmte Kredite für diese Immobilie zu hundert Prozent von der Vermögenssteuer abziehen darf. Je länger man in der Laufzeit eines Kredites voranschreitet, desto weniger darf man in der Steuererklärung einbringen. Doch genau diese Art des Kredits, bei dem man monatlich nur die Zinsen bezahlt und am Ende der Laufzeit das geliehene Kapital mit einem Mal tilgt, ist für einen  Immobilienkauf in Frankreich sehr interessant. 

"Diese Formel war bei einigen Belgiern beliebt, weil sie mit dieser Art des Kredits weniger bis gar keine Vermögenssteuer in Frankreich bezahlen mussten. Mann konnte jedenfalls jedes Jahr aufs Neue den vollständigen noch offenstehenden Kredit von der Steuer abziehen", erklärt Michael Joosen vom Anwaltsbüro "Cazimir Advocaten". "Das geht jetzt nicht mehr. Je länger der Kredit läuft, desto weniger darf man davon einbringen. Belgier, die von diesem Steuerverfahren profitierten, laufen Gefahr, künftig einiges mehr an Steuern bezahlen zu müssen."

Mehr Ausländer werden also diese Steuer zu spüren bekommen.

Keine Sorge

Insgesamt besitzen rund 55.000 Landsleute derzeit ein Häuschen oder eine Wohnung in Frankreich. Das geht aus einer Umfrage des Marktforschungsbüros WES hervor. Insbesondere die Provence, die Côte d'Azur und Périgord sind bei den Belgiern beliebt. 

Doch nicht alle Belgier müssen sich Sorgen machen. "Die neue Steuer trift nur sehr vermögende Belgier. Wer ein durchschnittliches Ferienhäuschen in Frankreich besitzt oder eines kaufen möchte, für den verändert sich nichts", heißt es bei Second Home Expo, einem Spezialisten für Fernienwohnungen. "Doch bei diesen Immobilien liegt man schnell bei einem Wert von etwa 150.000 bis 200.000 Euro für eine Wohnung und bis zu 350.000 bis 400.000 Euro für ein Haus."