Die Brabanter Killer flößen weiter Angst ein Autor: A.Kockartz

Di 05/12/2017 - 10:28 A.Kockartz Noch immer herrsche eine Art Angstkultur um die Killerbande von Brabant, auch 32 Jahre nach dem letzten Überfall. Geert Lenssens (Foto), der Anwalt des Bruders des mutmaßlichen „Riesen“ aus der Bande, sagte am Montagabend in der VRT-Sendung „De afsprak“, sagte, dass vermutlich noch einige Bandenmitglieder am Leben seien. Er fühle sich zwar nicht bedroht, rechne aber mit allem, so Lenssens.

„Wir gehen davon aus, dass noch einige Mitglieder der Bande am Leben sind. Angst habe ich nicht, doch wenn ich morgen einen Unfall habe, dann war das kein Unfall.“, sagte Anwalt Lenssen gegenüber dem VRT-Magazin „De afsprak“ („Die Verabredung“). Lenssen wurde in Zusammenhang mit den Aussagen seines Mandanten, der Bruder des mutmaßlichen „Riesen“ aus der Bande, Chris B., in die Sendung eingeladen. Dieser hatte bei einem neuerlichen Verhör gegenüber der Polizei mögliche Hinweise geliefert, die in die Richtung von weiteren Verdächtigen weisen (mehr dazu im nebenstehenden Beitrag).

Details wollte der Anwalt dazu nicht nennen, doch er ist der Ansicht, dass die Piste, die jetzt im Fokus der Ermittlungen stehe, die richtige sei: „Die Angaben meines Klienten decken sich mit denen von Anwalt Jef Vermassen.“ Dieser vertritt Angehörige von Opfern der Killerbande von Brabant und will über zwei anonyme Schreiben, die ihn erreichten, ebenfalls wichtige Hinweise an die Polizei weitergereicht haben. Damit wird die Spur, die in Richtung von damaligen Gendarmeriekreisen weist, immer deutlicher, so Beobachter.

Nach Angaben des Bruders von Chris B. könnte dieser auch gegenüber weiteren Personen von seinen Verbindungen zur Killerbande von Brabant erzählt haben, doch, so dessen Anwalt: „Es herrscht um dieses Dossier herum noch immer eine Angstkultur. Das wird man auch bei denen sehen, die über Informationen verfügen, aber sich nicht trauen, damit herauszukommen.“ Die Familie des „Riesen“ wolle nichts mehr, als das die Wahrheit ans Tageslicht komme.

Mit allem Respekt vor den Opfern geht sie aber davon aus, dass der „Riese“ nur „ein Soldat war, ein Schalter in einem großen Ganzen.“ Ihr Vertrauen in die Justiz sei allerdings begrenzt, so Lenssens, denn schon die Aussagen von Justizminister Jan Jambon (N-VA), nach denen die Akte manipuliert sei, sorge für Argwohn. Ob die Justiz auch jetzt wieder auf der Bremse stehe, sei aber eine Frage, die andere Beteiligte beantworten müssten.