Pazifisten dringen in Konferenz Europäischer Verteidigungsagentur ein Autor: U. Neumann

Vredesactie - Frederik Sadones
Do 23/11/2017 - 12:08 U. Neumann Rund zwanzig Pazifisten der Bewegung "I stop the arms trade" (dt.: "Ich stoppe den Waffenhandel") haben an diesem Donnerstagmorgen versucht, eine Konferenz der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA) in Brüssel zu stören. Sie demonstrierten gegen die Intransparenz der Verhandlungen über die Zukunft der europäischen Verteidigung. Die Konferenz findet hinter verschlossenen Türen statt.

Achtzehn unter den Demonstranten wurden vorübergehend festgehalten, heißt es bei der Polizei der Zone Brüssel-Hauptstadt-Elsene. Zwei Demonstranten sei es gelungen, mit ihren Transparenten in das Gebäude einzudringen.

Die Aktivisten hatten gefälschte Einladungen und waren wie Beamte gekleidet, so die Polizei. Die Polizei habe sie mit Gewalt nach draußen gebracht, hieß es. Unter ihnen war ein Europaabgeordneter Irlands, Luke Flanagan. Auch den Medien wurde der Zugang untersagt.

"Die Waffenindustrie übt Kontrolle über Europa aus. Ein Beweis hierfür ist, dass die EU plant, in den nächsten zehn Jahren mehr als 40 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung und den Erwerb neuer Waffen zu bewilligen", lautet die Kritik der Demonstranten.

"Diese offizielle EU-Agentur wird mit öffentlichen Geldern finanziert. Wir verlangen Rechtfertigungen gegenüber den europäischen Bürgern", fügt Bram Vranken vom Kollektiv "Vredesactie" (dt.: "Friedensaktion") hinzu.

"Derzeit sagt die Waffenindustrie Europa, was zu tun ist. Doch es müsste Europa sein, das der Waffenindustrie auferlegt, was sie machen muss", so Vranken noch.

Aus einer Umfage von "Vredesactie" geht hervor, dass 2016 knapp dreihundert Vertreter der Waffenindustrie zur EDA-Konferenz geladen waren.

Vranken spricht von einer gelungenen Aktion an diesem Donnerstag. Der Protest habe gezeigt, dass diese Konferenz nicht demokratisch verlaufe und dass die Leute, die ihre Meinung kundtun wollten, mit Gewalt entfernt würden.

Die Friedensaktivisten planen für Anfang Dezember bereits eine neue Aktion gegen die Waffenlobby.