Tempo 30 in der gesamten Brüsseler Region? Autor: A.Kockartz

Belga
Mo 13/11/2017 - 13:11 A.Kockartz Immer mehr Parteien in der Region Brüssel-Hauptstadt können sich mit dem Thema „Tempo 30“ anfreunden. Jetzt plädieren die flämischen Parteien CD&V (Christdemokraten) und SP.A (Sozialisten) für die Einführung eines allgemeinen und weitgehenden Tempolimits von 30 km/h in der Region. Die Idee dazu kam bereits vor Monaten von den beiden grünen Parteien Groen (flämisch) und Ecolo (frankophon).

Brüssels Staatssekretärin für Verkehrssicherheit Bianca Debaets (CD&V) und der regionale Mobilitätsminister Pascal Smet (SP.A) gaben gegenüber der flämischen Tageszeitung De Morgen bekannt, dass sie einen Plan erarbeitet haben, nach dem Tempo 30, bisher nur innerhalb des Brüsseler Innenrings vorgeschrieben, auf die gesamte Hauptstadt-Region ausgeweitet werden könnte. Nur einige Bereiche des Außenrings und einige wichtige Zufahrtsstraßen sollen hier noch außen vor bleiben.

Die grünen Oppositionspolitiker Bruno De Lille (Groen) en Zoé Genot (Ecolo) lancierten diese Idee bereits im März 2016 und dieser Vorschlag wurde schon damals von Debaets und Smet wohlwollend begrüßt. Tempo 30 gilt in Brüssel innerhalb des sogenannten „Fünfecks“ bereits seit 2010 und im Verkehrs-Sicherheitsplan des Jahres 2014 rief die Regionalregierung die Gemeinden dazu auf, ihre Tempo-30-Zonen so weit wie möglich auszuweiten. Staatssekretärin Debaets gab zu verstehen, dass Ausnahmen möglich seien, doch „eine Ausnahme muss von uns, gemeinsam mit der lokalen Verwaltung, genehmigt werden.“

Beispiele Graz und Gent

Brüssel orientiert sich hier an zwei Vorbildern. Das ist zum einen Graz in Österreich, wo Tempo 30 im gesamten Stadtgebiet bereits seit den 1980er Jahren gilt, und zum anderen die flämische Stadt Gent, wo seit einer umfassenden Verkehrsanpassung vor anderthalb Jahren neben autofreien Zonen ebenfalls fast überall Tempo 30 gilt. In Gent konnte die Zahl der Unfälle mit Personenschaden innerhalb eines Jahres um 27 % gesenkt werden und im ersten Halbjahr 2017 hält dieser Trend weiter an.

Viele Politiker und Vertreter der Wirtschaft können sich mit den Vorschlägen anfreunden, doch ein Problem bleiben Kontrolle und Überwachung. Bis zum 1. Januar 2018 werden viele Kameras in der Hauptstadtregion angebracht, die im Zuge der Einführung der Umweltzone in Brüssel notwendig werden. Doch bei der Kontrolle müssen alle Beteiligten - Region, die 19 Gemeinden, die verschiedenen Polizeiebenen - zusammenarbeiten. Doch da drückt der Schuh…