Sympathisanten Kataloniens demonstrieren in Brüssel Autor: U. Neumann

So 12/11/2017 - 17:24 U. Neumann Rund 500 Sympathisanten Kataloniens haben im Brüsseler Jubelpark protestiert. Die aus verschiedenen europäischen Ländern stammenden Demonstranten wollten damit ihre Unterstützung für die abgesetzte katalanische Regierung und die Minister, die in Haft genommen wurden, bezeugen.

Die drei abgesetzten katalanischen Minister, die nach Brüssel geflüchtet sind, Maria Serret i Aleu, Antoni Comín i Oliveres und Clara Ponsatí i Obiols, nahmen an der Demonstration teil und ermutigten die Anwesenden weiterzumachen. "Europa muss uns anhören", hieß es. "Wir werden den Kampf auf demokratische Weise gewinnen."

"Wir sind hierher gekommen, um klarzustellen, dass die spanische Regierung uns nicht zum Schweigen zwingen kann", sagte die abgesetzte katalanische Landwirtschaftsministerin Maria Serret i Aleu. "Wir haben das Recht, unsere eigene Zukunft zu bestimmen. Das ist ein positives Projekt, für eine bessere Gesellschaft, für mehr Gerechtigkeit, für mehr Demokratie.Trotz der Brutalität und der Repression, mit der wir konfrontiert worden sind, sind wir, Katalanen, stets friedlich und friedliebend geblieben. Das ist unsere große Stärke. Wir werden deshalb auch gewinnen. Es ist daher wichtig, dass jeder ruhig und überzeugt bleibt."

Katalanische Stimmen in Brüssel

Gesundheitsminister Antoni Comín Oliveres sprach über katalanische Minister, die in Spanien im Gefängnis seien und kritisierte die spanischen und europäischen Behörden scharf. "Die EU wurde einst errichtet, um dafür zu sorgen, dass Totalitarismus und Faschismus niemals wiederkehren würden", hieß es.

"In Spanien wütet derzeit aber ein Kampf zwischen Demokratie und Autoritarismus. Eine erwachsene Demokratie löst ein Problem wie das katalanische mit einem Referendum, nicht über Gerichte."

"Kein einziges Gericht kann ein ganzes Volk verhaften. Deshalb ist es wichtig, dass alle am 21. Dezember wählen gehen (...) um diese Wahlen überzeugend zu gewinnen."

"Spanien hat ein großes demokratisches Problem. Gestern sind eine Million Menschen auf die Straße gegangen, um die Freilassung von unseren Kollegen zu fordern. Das ist der beste Beweis dafür, dass sie politische Gefangene sind."