Viel mehr Opfer in Passendale als bislang angenommen Autor: U.Ne/Quelle Jan Ouvry

Sa 11/11/2017 - 11:48 U.Ne/Quelle Jan Ouvry Die Zahl der Opfer der dritten Schlacht bei Ypern/Passendale ist viel höher als bislang angenommen. Meistens ist die Rede von rund 350.000 bis 400.000 Opfern (Toten und Verletzten). Doch aus Studien des Flanders Fields Museums in Ypern gehen Zahlen von mindestens 600.000 hervor.

100 Jahre nach den Ereignissen gibt es noch immer keine definitiven Zahlen zu den Opfern der 3. Schlacht bei Ypern im Jahr 1917. Auf Seiten der Alliierten sind die Zahlen relativ sicher, doch bei den Deutschen nicht.

Es gibt keine allgemeine Liste mit allen deutschen Opfern. Listen mit Namen von Vermissten und Toten existieren allein auf Ebene der Regimenter. Einige Regimenter haben Bücher mit den Namen ihrer Soldaten veröffentlicht, aber für Regimenter, die das nicht gemacht haben, muss man die deutschen Militärarchive durchsuchen. Ein Teil dieser Archive ist allerdings während des Zweiten Weltkrieges zerstört worden. Ein endgültiges Ergebnis wird daher stets eine Schätzung bleiben.

Eherenamtliche Mitarbeiter, die helfen, die Namensliste des Flanders Fields Museum zusammenzustellen, sind dabei, alle Daten zusammenzutragen. Bislang wurden im Zeitraum von Anfang Juni bis Ende Dezember 1917 genau 55.173 Tote auf deutscher Seite gezählt. Hier kommen sicher noch einmal 10 bis 15 % hinzu, das heißt insgesamt 60 bis 65.000.

Mehr Opfer als bislang angenommen

Mit den 110.518 Toten auf Seiten der Alliierten und 1.872 Zivilopfern macht das etwa 175.000 Tote in der zweiten Jahreshälfte von 1917. Meistens rechnet man auf einen Toten, 4 Verletzte. Doch Passendale war besonders tödlich. Hier werden für einen Toten allerdings nur 3 Verletzte berechnet.

Dadurch steigt die Zahl der Opfer während der zweiten Hälfte von 1917 auf mindestens 700.000.

Schaut man sich allein den Zeitraum der dritten Schlacht an, die laut offizieller britischer Geschichtsschreibung vom 31. Juli bis zum 12. November dauerte, kommt man In Flanders Field auf mindestens 600.000 Opfer. Und das ist viel mehr als die bislang angenommenen 350.000 bis 400.000.