Flämischer VRT-Fernsehstar De Pauw unehrenhaft "entlassen" Autor: U. Neumann

Fr 10/11/2017 - 10:46 U. Neumann Der flämische öffentlich-rechtliche Rundfunk hat sich von einem seiner populärsten Fernsehgesichter getrennt. Es handelt sich um Bart De Pauw (Foto). Der Grund: Er soll grenzwertige SMS von seinem eigenen Handy, aber auch von anderen SIM-Karten aus an verschiedene Mitarbeiterinnen versandt haben. Der Intendant der VRT hat daher beschlossen, die Zusammenarbeit mit De Pauw einzustellen.

Über De Pauw seien zahlreiche Beschwerden in Zusammenhang mit sexueller Belästigung eingegangen, hieß es zur Begründung. Er soll obszöne Texte über SMS an mehrere Frauen, die in seinen Produktionen mitarbeiteten, gesandt haben.

VRT-Intendant Paul Lembrechts betonte, dass die Frauen, die sich beschwert hätten, auch persönlich durch eine für Präventionsberatung zuständige Person des Senders angehört worden seien und dass der Entschluß, die Zusammenarbeit mit Bart De Pauw aufzukündigen, sicher keine leichte gewesen sei. Es habe aber ausreichende Gründe hierfür gegeben. De Pauw soll Frauen in Hunderten SMS sexuell bedrängt haben. Erst am gestrigen Donnerstag habe sich eine weitere Zeugin gemeldet.

Letzte Woche ist De Pauw mit den Vorwürfen konfrontiert worden. Doch dieser habe versucht, die Sache herunterzuspielen, so Lembrechts noch.

De Pauw hat inzwischen auf die Äußerungen von Paul Lembrechts öffentlich reagiert. Er weist die Vorwürfe entschieden zurück und will rechtliche Schritte gegen die VRT unternehmen. Bei dem Gespräch letzte Woche, das er gemeinsam mit seiner Frau und dem Intendanten Paul Lembrechts sowie einem Medienproduzenten der VRT hatte, sei ihm weder mitgeteilt worden, um welche Frauen es sich handele, noch um was für Anschuldigungen es gehe.

Ihm habe Paul Lembrechts gesagt, es gehe um pikante SMS mit  pornographischem Beigeschmack. Er leugnet jedoch, dass er Frauen gestalkt habe. Jeder versende doch SMS, so De Pauw.

Stalking ist ein Verbrechen. Er sei weder vorgewarnt worden, noch habe man ihn deshalb gerügt. Er sei nie zu Lembrechts gerufen worden, um sich dort zu erklären. "Ich weiß nicht, um welche SMS es geht, doch auf die meisten SMS habe ich eine Antwort erhalten."

"Nochmals: Das waren keine unanständigen SMS", verteidigte sich De Pauw am Morgen im VRT-Radio.