Puigdemont bei VRT NWS: "Wahlen gewinnen" Autor: A.Kockartz

Do 09/11/2017 - 10:16 A.Kockartz Der abgesetzte katalonische Ministerpräsident sagte am Mittwochabend in der VRT-Magazinsendung „Terzake“ („Zur Sache“), dass seine Landsleute „den spanischen Staatsstreich niemals akzeptieren werden“. „Wir müssen Wahlen gewinnen“, schlussfolgerte der katalonische Separatist, der sich zudem von der EU enttäuscht zeigte.

In seinem Interview bei „Terzake“ wiederholte Puigdemont einmal mehr, dass er nichts von der belgischen Bundesregierung wolle: „Ich bin nach Brüssel gekommen, weil dies eine europäische Frage ist und weil die EU-Einrichtungen hier nicht wegschauen dürfen."

Er habe keinen einzigen Kontakt zu belgischen Parteien oder Regierungsmitgliedern gehabt. Zur Frage bezüglich seiner Freundschaft zu N-VA-Parteichef Bart De Wever (die nationaldemokratische flämische N-VA ist Regierungspartei sowohl auf belgischer Bundes-, als auch auf flämischer Landesebene) sagte Puigdemont, dass er nicht nur in Flandern Freunde habe, sondern auch anderswo in Europa.

Von der Europäischen Union fühlt sich der katalonische Regierungschef jedoch im Stich gelassen: „Ich habe Europa schon als Kind als einen Ort der Freiheit mit Recht auf freie Meinungsäußerung empfunden. Europa war für uns ein Partner. Dass man heute hier seine Basiswerte fallen lässt, macht mich traurig.“

Dass der spanische Verfassungshof die einseitige Unabhängigkeitserklärung Kataloniens für nichtig erklärt hat, ist für Puigdemont fatal: „Seit dem neuen katalonischen Autonomiestatut in 2016 ist der Hof ein parteipolitisches Instrument geworden."

Doch er und seine Getreuen bleiben zuversichtlich: „Ich bin davon überzeugt, dass die Unabhängigkeitsparteien die Regionalwahlen im Dezember gewinnen werden. Die Katalanen werden diesen Staatsstreich durch Spanien niemals akzeptieren.“