Flandern verliert täglich Millionen Liter Trinkwasser Autor: A.Kockartz

VRT
Di 19/09/2017 - 12:17 A.Kockartz Lecks im flämischen Wasserleitungsnetz lassen pro Tag rund 180 Liter Trinkwasser versickern. Dies ist aus einem Bericht von Aquaflanders ersichtlich. Das ist der Dachverband der Wasserversorgungs- und Abwassergesellschaften im belgischen Bundesland Flandern. Der flämische Landtagsabgeordnete Rob Beenders (SP.A) legte den Bericht dem Landesparlament vor.

Mit diesem Bericht legt Aquaflanders zum ersten Mal einen Lageplan vor, der alle Trinkwasserverluste durch Lecks oder Wasserrohrbrüche aufzeigt. Der Verband nahm dazu acht flämische Wasserversorgungs-Gesellschaften unter die Lupe. Virtuell haben diese enormen Wasserverluste einen finanziellen Wert von bis zu 280 Mio. € auf Jahresbasis. Das Problem ist allumfassend.

„Pro Kilometer flämisches Trinkwassernetz versickern täglich bis zu 2.900 Liter Wasser. Flandern zählt 62.341 Kilometer Trinkwasserleitungen. Das führt demnach zu 180 Millionen Litern Trinkwasserverlust pro Tag. Das ist doch wohl wahnsinnig“, sagte der flämische Sozialist Rob Beenders (kl. Foto)dazu. Der Oppositionspolitiker rechnete den Abgeordneten vor, dass dies in etwa der Wassermenge von 72 olympischen Schwimmbädern entsprechen würde…

Beenders richtete sich in diesem Zusammenhang auch an Flanderns christdemokratische Landesumweltministerin Joke Schauvliege (CD&V) und deutete an, es sei keinem Landwirten verständlich zu machen, dass er während der vergangenen langen Trockenperiode unter Androhung von Strafe seine Felder nicht bewässern durfte, während so viel wertvolles Trinkwasser einfach so versickern könne.

Neben dem finanziellen Verlust sei dies auch ein enormes Problem in Sachen Nachhaltigkeit, so der Oppositionspolitiker. Die Ministerin gab in einer ersten Reaktion zu verstehen, dass dies Sache der jeweiligen Wasserversorgungs-Gesellschaften sei. Diese nuancieren inzwischen die Höhe des Wasserverlustes von 180 Mio. Litern pro Tag. Der Aquaflanders-Bericht gibt nicht an, welche acht Gesellschaften diesbezüglich analysiert wurden.

Marnik Aerts