Neues Hauptquartier für Belgiens Armee? Autor: U. Neumann

Di 12/09/2017 - 11:19 U. Neumann Die belgische Armee hat offenbar Pläne, für den Bau eines neuen Hauptquartiers bei Brüssel. Das neue Gebäude soll auf dem Gelände des heutigen Hauptquartiers entstehen und das alte Gebäude abgerissen werden.

Wer schon einmal im heutigen Hauptquartier der Armee war, dem ist sicher aufgefallen, dass das Betongebäude aus den 70er Jahren düster, heruntergekommen - so manch einer spricht gar von "gruselig" - und völlig veraltet ist.

Die Gebäude sind derart alt, dass es unter anderem Probleme mit der Heizung und den Sanitäranlagen gibt. Es sei schon lange kein geeigneter Ort mehr, um hohe ausländische Gäste empfangen zu können. "Man muss vorher immer überlegen, auf welche Toilette wir sie schicken können. Nicht alle Toiletten funktionieren", so ein anonymer Zeuge des Generalstabs gegenüber der VRT.

Die Räume sind überdies aufgrund der Verringerung des Armeekontingents viel zu groß geworden.

Die Armee will deshalb ein neues, modernes Hauptquartier bauen. Finanziert werden soll der neue Komplex aus dem Verkauf des alten angrenzenden Nato-Gebäudes. Die Nato ist in diesem Jahr in ein neues Gebäude - das liegt gegenüber des alten Nato-Hauptquartiers - umgezogen. 

Die alten, an das belgische Hauptquartier angrenzenden, Gebäude stehen deshalb leer.

Sowohl das Gelände des alten als auch das des neuen Nato-Gebäudes gehören der belgischen Armee. Im Gegenzug zum Terrain, auf dem das neue Nato-Gebäude steht, bekommt die Armee in Kürze das alte Nato-Gebäude zurück.

Eigentlich sollte der ehemalige Nato-Komplex zu Wohnraum umgebaut oder dort Unternehmen untergebracht werden. Doch die Gemeinde Zaventem ist kein Befürworter von neuen Wohnungen dort. Die alten Gebäude gründlich zu renovieren, ist wegen ihres schlechten Zustandes finanziell keine Option.

Wie der Verkauf des alten Nato-Komplexes genau aussehen wird, ist noch nicht entschieden. Auch ist noch unklar, ob das Terrain verkauft und mit dem Geld ein neues Hauptquartier gebaut wird.

Noch müssen die Pläne zudem von der Regierung abgesegnet werden.

Eines ist aber schon sicher: Sollte ein neues Gebäude entstehen, wird es viel kleiner sein als das heutige Hauptquartier.