"Personen im Gleis" bleiben ein Problem Autor: A.Kockartz

Belga
So 13/08/2017 - 10:48 A.Kockartz Die Zahl der Personen, die sich im Gleisfeld der belgischen Eisenbahn aufhalten, steigt weiter. Trotz anhaltender und aufsehenerregender Infokampagnen der Bahn wurden in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres bereits 417 Fälle von Personen im Gleis gemeldet. Das sind schon jetzt zwei Drittel der Gesamtzahl des vergangenen Jahres.

Der Bahninfrastruktur-Dienstleister der belgischen Bahn, Infrabel, teilt mit, dass dieses Jahr schon 417 Fälle von Personen gemeldet wurden, die sich in Bahnhöfen oder auf freier Strecke auf den Gleisen aufgehalten haben. Damit kündigt sich hier ein fragwürdiger Rekord an, denn 2016 lag die Gesamtzahl der „Schienenläufer“, wie sie frei übersetzt im flämischen Sprachgebrauch genannt werden, bei 679. Seit 2012-2013 steigen diese Zahlen.

Hinter diesen nüchternen Statistiken verbirgt sich allerdings eine große Gefahr. Im ersten Halbjahr 2017 kamen in diesem Zusammenhang bereits drei Menschen ums Leben, als sie von Zügen erfasst wurden. Drei weitere Personen wurden schwer und zum Teil lebensgefährlich verletzt. Ganz zu schweigen von den kostenaufwändigen Verspätungen, denn wenn in Belgien „Personen im Gleis“ gemeldet werden, muss der Zugverkehr auf der entsprechenden Strecke komplett angehalten werden, bis Entwarnung gegeben werden kann.

Bei Infrabel rauft man sich inzwischen die Haare. Nach allen Infokampagnen, Zäunen, Verkehrs- und Verbotsschildern (Foto oben) und Stolpermatten in neuralgischen Bahnhofsbereichen bleibt das Problem akut und die Zahl der Verstöße steigt weiter. Nach Infrabel-Angaben sind die „Schienenläufer“ zu 90 % Männer zwischen 18 und 34 Jahren.

Abkürzung

Die meisten Menschen laufen über die Gleise, weil dies ein kürzerer Weg ist. Andere nutzen die Gleise als Wander- oder Spazierweg. Wieder andere laufen über die Schienen, weil ihnen dunkle und schlecht unterhaltende Bahnhofsunterführungen Angst einjagen, ein hausgemachtes Problem der Bahn also.

Ab und zu sorgen auch Taschendiebe in unterirdischen Bahnhöfen, z.B. in Brüssel oder in Antwerpen für solche Probleme. Fällt einer von ihnen auf, verschwindet er gerne über die Gleise in einem dunklen Tunnel, um der Bahnpolizei zu entgehen. Der Aufenthalt auf den Gleisen ist in Belgien (und nicht nur hier) streng verboten und gilt als Straftat, die mit hohen Bußgeldern geahndet wird.