Bombenalarm nach Verfolgungsjagd in Brüssel Autor: A.Kockartz

Belga, archieffoto.
Mi 09/08/2017 - 11:16 Update: Mi 09/08/2017 - 16:05 A.Kockartz Am frühen Dienstagabend musste die Polizei eine Sperrzone um den Westbahnhof einrichten, nach dem der Insasse eines Fahrzeugs, dass nach einer Verfolgungsjagd gestoppt werden konnte, von einem Sprengsatz in seinem Auto sprach. Aus Vorsicht riegelte die Polizei die Umgebung ab.

Angefangen hatte diese Prozedur bereits gegen 17 Uhr, als ein Autofahrer eine Polizeikontrolle ignorierte und davonraste. Die Polizei nahm daraufhin die Verfolgung des verdächtigen Autos auf.

Bei dieser Verfolgungsjagd kam es auch zu zwei Kollisionen, als der Verdächtige Polizeiwagen rammte. Doch letztendlich konnten die Polizisten den Wagen einklemmen und stoppen. Dazu mussten sie allerdings dessen Tempo drosseln, was mit einem gezielten Schuss auf einen Reifen geschah.

Der Fahrer rief bei seiner Festnahme, dass er Sprengstoff in seinem Wagen habe, woraufhin die Polizei die Gegend um den Ninovsesteenweg und dem Westbahnhof im Stadtteil Molenbeek abriegelte. Davon betroffen war auch ein Baumarkt, dessen Kunden den Laden während der Sperrung nicht verlassen durften. Der Kampfmittelräumdienst der belgischen Armee DOVO konnte aber bei einer Durchsuchung nichts entdecken und am Abend hob die Polizei die Sperrzone wieder auf.

Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen 36 Jahre alten Mann aus Ruanda, der bis 2009 in Belgien wohnhaft war, um danach nach Deutschland umzuziehen. Warum der Mann versuchte, der Polizei davonzufahren, ist nicht bekannt. Bei der belgischen Justiz liegt nichts gegen den Ruander vor und er steht auch international auf keiner Terrorliste.

Geistig verwirrt?

Der verhaftete Ruander, der übrigens ein Fahrzeug mit deutschem Kennzeichen steuerte, wird einer psychiatrischen Untersuchung unterzogen, die die Brüsseler Staatsanwaltschaft anordnete. Der Mann gab bei seinem Verhör offenbar derart unzusammenhängende Erklärungen und Aussagen ab, dass die Ermittler an seinem Geisteszustand zweifelten. Nach dieser Untersuchung wird die Staatsanwaltschaft beschließen, wie mit dem Mann weiter vorgegangen werden soll.