Brüsseler Flughafen könnte Rekorde einfahren, wenn Bußgelder nicht wären Autor: U. Neumann

Belga
Di 16/05/2017 - 14:28 U. Neumann Die Region Brüssel muss sich dringend mit dem Flughafen in Zaventem an einen Tisch setzen. Das sagt der Manager des Brüsseler Flughafens. Infolge der Geldbußen, die die Brüsseler Region gegen Fluggesellschaften verhängen will, die gegen die strengeren Brüsseler Lärmschutznormen verstoßen, herrscht große Unsicherheit. Zwei Frachtgesellschaften haben ihre Aktivitäten bereits verlegt und jetzt zieht offenbar eine dritte Gesellschaft einen Abzug in Erwägung. Die Bußgelder würden zudem neue Fluggesellschaften abschrecken, heißt es am Brüsseler Flughafen.

Die Anschläge vom 22. März haben den Brüsseler Flughafen 90 Millionen Euro gekostet. Insgesamt wurden 2016 auch 7 % weniger Passagiere befördert als im Jahr davor. Doch 2017 könnte ein neues Rekordjahr werden. 

"Ich denke, dass die Entwicklung von Brussels Airlines innerhalb der Lufthansa eine positive Auswirkung auf unsere Aktivität hat. Wir sind ein Drehkreuz der Starlines, aber auch die Entwicklung von Billigfluggesellschaften wie Ryanair trägt zum Wachstum unseres Flughafens bei," betont Arnaud Feist von der Brussels Airport Company.

Doch die strengeren Brüsseler Lärmschutznormen mit den hohen Bußgeldern, die im April erneut in Kraft traten, scheinen das Wachstum zu hemmen. Zwei Cargogesellschaften, die mit der großen Boeing 747 arbeiten, haben ihre Aktivitäten bereits verlegt, andere ziehen eine Verlegung in Erwägung.

"Was wir von den beiden Gesellschaften, die abgezogen sind, gehört haben und was die dritte Gesellschaft jetzt sagt, ist, dass sie bereit ist umzuziehen, falls nicht bald eine Lösung gefunden wird", so Feist (Archivfoto). "Und dann wird es Diskussionen mit anderen Fluggesellschaften geben. Was wir feststellen ist, dass von den sechs Frachtgesellschaften, die mit der Boeing 747 fliegen, zwei bereits weg sind und eine bereit ist, zu gehen."

Feist beschreibt die Zukunft als "dramatisch", falls nicht bald eine Lösung gefunden werde. 

Und selbst 25% der Passagierflüge müssten Bußgelder bezahlen. Dadurch werde es besonders schwierig, neue Fluggesellschaften nach Brüssel zu holen.

"Wir diskutieren derzeit mit mehreren ausländischen Fluggesellschaften. Wir stehen auf der Shortlist dieser Gesellschaften, aber was wir letzte Woche zu hören bekommen haben, ist, dass es sehr schwierig für die ausländischen Gesellschaften werde, sich für Brüsssel zu entscheiden", erklärt  Arnaud Feist in der VRT. Die Unsicherheit wegen der Bußgelder sei zu groß, sogar für Flüge am Tag, so Feist noch.