Flämischen Schulen fehlt das Geld für Schulmaterial Autor: U. Neumann

Belga
Di 16/05/2017 - 10:44 U. Neumann Flämische Schulen leiden stets mehr unter einem latenten Geldmangel. Es fehlt an Euros für Schulmaterial, Infrastruktur und zusätzliche Aktivitäten. Das schade der Qualität des Unterrichts, heißt es beim Dachverband des katholischen Unterrichtswesens in Flandern.

Lehrer, die Unterrichtsmaterial selber einkaufen, abgeschaffter Schwimmunterricht und Schulen, die immer mehr "Wohltätigkeitsveranstaltungen" für ein wenig mehr Geld auf die Beine stellen. Das seien keine Einzelfälle mehr, warnt der flämische Dachverband für das katholische Unterrichtswesen. Sie seien ein Beispiel für den Mangel an Arbeitsmitteln im Unterrichtswesen, schreibt die Zeitung De Tijd. Der Dachverband des katholischen Unterrichtswesens hat das einmal ausgerechnet.

Den Berechnungen zufolge sei die Kaufkraft der Grundschulen zwischen 2009 und 2015 um 11 Prozent gesunken. Hierfür gebe es verschiedene Gründe, sagt Lieven Boeve, Generaldirektor des Katholischen Unterrichtswesens für die belgische Bischofskonferenz: "In den vergangenen zehn Jahren sind Finanzen für die Arbeitsmaterialien nicht ausreichend an den Index angepasst worden. Daneben sind, sowohl für die Grundschulen als auch für die Sekundarschulen, Einsparungen hinzugekommen."

Weiter führt Boeve in der VRT aus: "Typisch für die Gundschulen ist jedoch der Schülerzuwachs. Dieser ist in den Berechnungen der Arbeitsmittel aber nur zu 40 Prozent miteingerechnet. Das bedeutet, dass man für die früher 100 Euro heute nur noch für 90 Euro zusätzlich einkaufen kann."

Die Schulen können mit ihrem Budget also weniger ankaufen.

Ministerin Crevits hatte andere Prioritäten

Die flämische Unterrichtsministerin Hilde Crevits räumt ein, dass an Arbeitsmitteln eingespart worden sei. Doch ihre Prioritäten hätten in den letzten Jahren woanders gelegen.

Es sei zwar an Arbeitsmaterialien eingespart worden, doch habe man gleichzeitig 500 Millionen Euro zusätzlich ins Unterrichtswesen investiert. "Die Investitionen flossen in Lehrkräfte, weil sie etwas bewirken können. Außerdem wurde sehr viel in Schulgebäude investiert und es wurde vereinbart, dass der Index und die Schulmaterialien wieder aufeinander abgestimmt werden", so Crevits.

Das katholische Unterrichtswesen fordert noch für diese Regierungsperiode Maßnahmen, damit sich die finanzielle Situation der Schulen nicht weiter verschlechtert.