Innenminister will Fingerabdrücke auf Chip des Personalausweises speichern lassen Autor: Uta Neumann

Belga
So 14/05/2017 - 11:53 Uta Neumann Es soll keine Frage des Wunsches, sondern Pflicht werden. Belgiens Innenminister Jan Jambon will, dass auf allen Personalausweisen auch die Fingerabdrücke der Personen gespeichert werden. Diese Maßnahme soll im Kampf gegen Betrug mit Ausweispapieren helfen.

Die Vertreter der belgischen Regierung sitzen seit 9 Uhr an diesem Sonntagmorgen auf Schloss Hertoginnedal bei einem außerordentlichen Ministerrat für Justiz und Sicherheit zusammen. Es ist der erste von drei außerordentlichen thematischen Ministerräten, die die Regierung abhält. Auf den beiden anderen Räten, die noch in Planung sind, sollen die Themen Wirtschaft und Beschäftigung sowie Soziales und Kampf gegen Armut behandelt werden.

Am Nachmittag wollen die Minister dieses ersten Treffens ihre Ergebnisse der Presse präsentieren. Einer der Vorschläge soll von  Innenminister Jan Jambon kommen. Er möchte, dass künftig Fingerabdrücke auf dem Chip eines Personalausweises gespeichert werden.

Jambon ist schon länger Befürworter von biometrischen Personalausweisen. Das sind Ausweise, auf deren Chip die biometrischen Daten gespeichert sind. So können auf den Chips auch Fingerabdrücke und Gesichtsscans gespeichert werden.

Gegen diesen Plan hatte sich viel Widerstand geregt, vor allem von Seiten der flämischen Liveralen Open VLD. Doch Anfang letzter Woche wurde die Kritik der Open VLD schon viel leiser.

Jambon hofft mit der Maßnahme, den Kampf gegen falsche Papiere und Urkundenfälschung verschärfen zu können. Betrug mit Personalausweisen trete sehr häufig auf, so Jambon. "Mit Fingerabdrücken und Gesichtserkennung kann man erkennen, ob derjenige, der das Dokument bei sich hat, auch tatsächlich der Inhaber des Dokuments ist. Ich hoffe, dass wir das heute regeln können", sagte er der VRT.

Bei diesem Vorschlag geht es jedoch allein um Fingerabdrücke, nicht um Gesichtsscans. Das System soll zudem schrittweise eingeführt werden. Auf jeder neuen Karte oder zu erneuernden Karte werden die Fingerabdrücke auf dem Chip gespeichert.

Ein anderer Vorschlag von Jambon, der einer Datenbank mit Fingerabdrücken von allen Belgiern, wird nicht umgesetzt.