Krankenakte: Kliniken bieten Einsicht per App Autor: A.Kockartz

Belga
Di 18/04/2017 - 12:18 A.Kockartz Patienten der flämischen Krankenhäuser UZ Leuven (Löwen), AZ Groeninge in Kortrijk und AZ Diest können ab sofort ihre Krankenalte über eine App mit ihrem Smartphone konsultieren. Bisher ist eine Einsicht in die persönliche Krankenakte in Belgien nur auf schriftlichem Wege, beim Hausarzt oder beim behandelnden Spezialisten möglich.

Drei flämische Kliniken bieten ihren Patienten ab sofort via App und Smartphone Einsicht in ihre Krankenakte. Ziel ist jedoch, mittelfristig bis zu 20 weitere Kliniken und Krankenhäuser aus dem Flämischen Krankenhaus-Netzwerk (VZN) an dieses System anzuschließen, schreibt die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd dazu.

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Der Chefarzt der Uniklinik von Löwen (UZ Leuven, Flämisch-Brabant), Dr. Johan Van Eldere, sagte dazu gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass dies die Einsicht erheblich beschleunige und den entsprechenden Verwaltungsaufwand deutlich verringere:

„Bisher war es so, dass ein Patient, der Einsicht in seine Krankenakte haben wollte, eine schriftliche Anfrage an den Ombudsdienst des jeweiligen Krankenhauses richten musste. Danach erhielt er innerhalb von 14 Tagen eine schriftliche oder eine elektronische Abschrift seiner Akte. Dies betraf aber lediglich Vorgänge aus dem Dossier, die bereits behandelte Vorgänge oder frühere Konsultationen und Untersuchungen. Mit unserer App kann er den Entwicklungen in seiner Krankenakte in realtime folgen.“

Laut De Tijd können tausende Patienten der oben genannten Kliniken von dem neuen interaktiven System profitieren. Die Nachfrage von Patienten, die eine rasche Einsicht forderten, war groß und betraf vor allem juristische Fragen im Rahmen von Erbschaftsverfahren, Arbeits- und Verkehrsunfällen usw. Nach Ansicht von Fachleuten müssen die Ärzte jetzt ihre Formulierungen anpassen, bzw. verständlicher gestalten. Dabei muss eventuell auch auf Fachausdrücke für Krankheiten verzichtet werden….

Das System soll sicher sein und nur schwerlich gehackt werden können. Vorerst aber sind via App lediglich Vorgänge rückwirkend bis zum 15. August 2016 konsultierbar. Die App soll mittelfristig auch eine Ergänzung für das System e-health sein, über das Ärzte ihren Patienten digital folgen können.