Der eine will sie, der andere zögert noch Autor: U.Ne

Belga
Fr 17/03/2017 - 14:49 U.Ne Innhalb der belgischen Regierung herrscht zur Zeit Streit über mögliche Pläne zur Ausweitung von so genannten Flexi-Jobs auf andere Sektoren. Derzeit wird dieses System im Hotel-, Restaurant- und Gaststättengewerbe (Horeca) angewandt. Zu den eifrigen Befürwortern einer Ausweitung der Flexi-Jobs gehören vor allem die flämischen Liberalen von der Open VLD.

Mit einem Flexi-Job kann eine Person steuerfrei im Hotel-, Kaffee- und Gaststättengewerbe hinzuverdienen, wenn sie woanders bereits einer geregelten Arbeit von mindestens 80 Prozent nachgeht. 

Der belgische Wirtschafts- und Arbeitsminister Kris Peeters (links auf dem Foto) hat die Sozialpartner um eine Beurteilung des Systems der Flexi-Jobs im Horeca-Sektor gebeten. Seine Behörde hat eine Studie hierzu angefertigt und will erst über eine Ausweitung sprechen, wenn Arbeitnehmer- und Arbeitgeber einen Standpunkt zur Studie eingenommen haben.

Nach Auffassung von Peeters relativiere die Studie den Erfolg dieser Jobs. Die Zahl der Jobs im Horeca-Sektor steige zwar, aber aus der Untersuchung gehe hervor, dass die Beschäftigungs-Zunahme in weniger als der Hälfte der Fälle auf Flexi-Jobs zurückgehe.

"Die Zahl der Flexi-Jobs bleibt verglichen mit der Gesamtzahl der Beschäftigung im Sektor geringfügig", schreibt Peeters in einem Brief an die Sozialpartner.

Das sieht der flämische liberale Staatssekretär zur Bekämpfung von Sozialbetrug, Philippe De Backer (rechts auf dem Foto), anders. Er hält die Flexi-Jobs im Horeca-Sektor für einen vollen Erfolg. Allein in den ersten neun Monaten des Jahres 2016 hätten diese Jobs eine zusätzliche Lohnsumme von 109 Millionen Euro geschaffen.

Auch De Backer stützt sich bei seiner Behauptung auf eine Studie. Er will deshalb das System auf Bäcker, Metzger und den Einzelhandel ausweiten.

"Ich denke, dass es eindeutig ist, dass die Flexi-Jobs einen riesigen Beitrag liefern. Mit ihnen können zum Beispiel im Horeca-Sektor Spitzenzeiten ausgeglichen werden. Die gleichen Spitzenzeiten wurden bei Metzgern, Bäckern und im Kleinhandel registriert. Wir würden deshalb gerne das Flexi-System ausweiten", so De Backer.

Der Vizepremier Jan Jambon (N-VA) teilt die Meinung von De Backer. Auch er ist der Ansicht, dass Flexi-Jobs gut für den Horeca-Sektor seien und will deshalb eine Ausweitung auf andere Sektoren.