Terrorausschuss kritisiert Große Moschee Autor: A.Kockartz

Do 16/03/2017 - 10:18 A.Kockartz Der parlamentarische Untersuchungsausschuss, der sich mit den Hintergründen der Terroranschläge vom 22. März 2016 beschäftigt, äußerte schwere Kritik gegen die Große Moschee von Brüssel und deren aus Saudi-Arabien stammenden Direktor Jamal Saleh Momenah. Dieser musste zu einer Anhörung vor dem Ausschuss zitiert werden und gab kaum Auskunft.

Jamal Saleh Momenah (Foto oben rechts) ist der Direktor des zur Großen Moschee in Brüssel gehörenden Islamischen und Kulturellen Zentrums (ICC). Der Saudi zierte sich lange, vor dem Untersuchungsausschuss zu den Anschlägen vom 22. März 2016 auszusagen. Die Abgeordneten dieses Gremiums haben Fragen zur Radikalisierung moslemischer Jugendlicher in den Brüsseler Moscheen.

Belga

Vor einigen Tage erschien der Imam der Moschee vor dem Parlamentsausschuss, doch dessen Anhörungen brachten wenig Erhellendes. Umso mehr versprach sich das Gremium von den Aussagen der Leitung der Moschee und seines Kulturzentrums, doch nach anfänglicher Weigerung von Direktor Saleh Momenah dort zu erscheinen, wurde der Mann zwangsweise vor den Ausschuss zitiert. Doch dieser antwortete via einem Übersetzer nur seht ausweichend und ungenau.

Die flämische Sozialistin Meryame Kitir (SP.A - Foto oben links) sagte Saleh Momenah auf den Kopf zu: „Ich bin schwer enttäuscht von ihren Aussagen.“ Und auch der flämische Liberale und Ausschussvorsitzende Patrick Dewael (Open VLD - kl. Foto) äußerte sich kritisch zum Auftritt des Saudi-Arabers: „Das ist eine Ohrfeige für unsere Kommission in ihrer Suche nach der Wahrheit.“

Misstrauen

Saleh Momenah gab zum wiederholten Male zu verstehen, dass seine Moschee und das ICC „einen gemäßigten und zentristischen Islam“ vertreten würden, doch die Erkenntnisse der belgischen Nachrichten-, Sicherheits- und Geheimdienste sehen anders aus. Kommissionspräsident Dewael gab danach gegenüber Saleh Momenah unmissverständlich zu verstehen, dass man die Angelegenheit so nicht stehen lasse…

Inzwischen konnte der Ausschuss nach vielen Anhörungen und Sitzungen zu den Hintergründen der Terroranschläge auf Brüssel noch keinen abschließenden Bericht vorlegen. Das liegt unter anderem an der zurückhaltenden und Misstrauen weckenden Haltung verschiedener Vertreter des islamischen Glaubens in der belgischen Hauptstadt. Einige dieser Anhörungen fanden nach dem offiziellen Ende des Auftrags des Ausschusses statt.