"Das sollte Belgien über Trump wissen..." Autor: A.Kockartz

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So 12/02/2017 - 14:53 A.Kockartz Der neue US-Präsident Donald Trump ist noch nicht einmal einen ganzen Monat im Amt, doch er beherrscht schon jetzt die meisten Schlagzeilen. Nicht nur in Belgien, sondern in ganz Europa steht die Frage im Raum, wie man mit Trump umgehen soll. Howard Gutman (Foto), jahrelang US-Botschafter in Brüssel, weiß einen Rat.

Howard Gutman, enger Vertrauter von Ex-US-Präsident Barack Obama und dessen Botschafter in Brüssel von 2009 bis 2013, sagte am Sonntag in der VRT-Talksendung „De zevende dag“, dass man mit Donald Trump einfach vorgehen könne: „Trump ist nicht der Präsident der Prinzipien, sondern der Präsident der Deals. Schließt also Deals mit ihm.“

Ex-Botschafter Gutman, der noch immer mindestens eine Woche pro Monat in Belgien ist, ist ein Pragmatiker - auch in Sachen Donald Trump. Das sich die Welt über Trumps Einreiseverbot für Einwohner von sieben überwiegend islamischen Ländern aufregt, wundert ihn nicht. Doch gegenüber der VRT sagte er, dass dieses Einreiseverbot für alle Beteiligten eine „Win-Win-Situation“ sei.

AP

Einerseits für die Einwanderer aus diesen Ländern, denn die Justiz urteilt, dass dies nicht mit dem US-Grundgesetz vereinbar ist und andererseits auch für Trump selber, der damit seine Wähler bedient: „Trump gewinnt auf politischer Ebene und die Einwanderer auf juristischer Ebene.“

Auch zum Umgang Belgiens, bzw. der Europäischen Union mit Trump gibt Gutman gute Ratschläge, zum Beispiel zu den umstrittenen Aussagen Trumps über Europa: „Man kann verärgert reagieren, doch das bringt nichts.“ Belgien solle lieber dem Beispiel Japans Premierminister Shinzô Abe folgen. Der habe mit US-Präsident Trump direkt über die Handelsbeziehungen gesprochen: „Wissen Sie, welches Land nach Japan am besten geeignet ist, um die Infrastruktur in den Vereinigten Staaten wieder aufzubauen? Belgien! All die belgischen Bagger- und Bauunternehmen können das viel besser als die amerikanischen.“

Statt über Trump zu klagen, sollten Premierminister Charles Michel und Wirtschaftsminister Kris Peeters ins nächste Flugzeug steigen und mit Trump einen Deal schließen.

Sehen Sie das Gespräch mit Donald Trump in voller Länge unter diesem Beitrag (in englischer Sprache mit niederländischen Untertiteln).

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