81. Buchmesse in Antwerpen: Buch und Bild im Fokus Autor: Martina Luxen

So 29/10/2017 - 15:05 Martina Luxen Wenn die Herbstferien fallen, wird traditionell die Buchmesse in Antwerpen eröffnet. Erstmals findet die Hochmesse der Verleger und Autoren in zwei Etappen statt: vom 29. Oktober bis 5. November, wonach eine Pause bis zum 8. einschließlich geplant ist. Die Buchmesse öffnet dann ein zweites Mal ihre Türen vom 9. bis 12. November.

Auf Buchmessen herrscht oft ein reger Andrang. Statt die Nase in ein Buch zu stecken, hängt man der Bücherwurm in einer Menschentraube fest und sieht den Schriftsteller, den man die frisch gedruckten Seiten gerne signieren lassen möchte, nur aus der Ferne.

Wer weniger Animationen und Show sucht, sollte die Hauptbesuchszeiten zwischen 10 und 18 Uhr eher vermeiden. Während der Schulzeiten besucht sich die Buchmesse besser erst am späten Nachmittag (am 9. und 10. November), so die Veranstalter. Auch der Samstagmorgen, der lange Freitag am 3. November und der lange Donnerstag am 9. November (jeweils bis 22 Uhr) sind ruhigere Momente auf De Boekenbeurs.

In diesem Jahr hat die Buchmesse "Buch und Bild" als Thema ausgesucht. Im Fokus stehen Bildgeschichten, Comicstrips und grafische Romane, interaktive Spiele und Bildreportagen ...

Große Namen

Neben dem Hauptthema organisiert die Antwerpener Buchmesse ebenfalls verschiedene Thematage: Am Samstag, dem 4. November dreht sich alles um den Radsport, mit dem Belcanto Classic, ein Radrennen in Halle 4 und dem Fahrrad, mit dem Tom Boonen die Flandernrundfahrt 2016 gewonnen hat.

Über 900 (!) Autoren haben ihre Anwesenheit auf der 81. Buchmesse bestätigt.

Einer der bekanntesten ist wohl der aktuell meist gelesene Autor in spanischer Sprache - nach Cervantes - Carlos Ruiz Zafón. Ebenfalls zu Gast ist Arun Gandhi, der Lebensweisheiten seines Großvaters Mahatma Ghandi vorträgt, Nicolas Sparks, der seinen neuen Roman präsentiert, oder noch Paula Hawkins (Foto), die mit "Girl on the train" zur gefeierten Thrillerautorin wurde ...

Verlagsbusiness: Jedes 3. Buch wird nicht im Buchladen gekauft

In Flandern wird fast jedes dritte Buch im Internet oder in einem Supermarkt gekauft. Gut die Hälfte aller Bücher werden in einer Buchhandelskette gekauft. Nur 3,3 % aller Bücher kommen aus einem kleinen, selbstständigen Buchladen.
Diese Zahlen gehen aus einer Studie von GfK Panelmarkt hervor, die im Auftrag des Ressorts Kultur, Jugend und Medien der flämischen Gemeinschaft durchgeführt wurde.

2016 wurden in Flandern auch 276 Büchergeschäfte gezählt, davon 155 Filialen von zentral verwalteten Verlagen (z. B. Standaard Boekhandel) und 121 selbstständige und unabhängige Läden.

Insgesamt sind 2016 in Flandern 14,41 Millionen Bücher für insgesamt 188,55 Millionen Euro verkauft worden. Das sind konkret 253.416 verschiedene Titel.

55 % der gekauften Bücher tragen einen literarisch-kulinarischen Titel. In 28 % der Fälle handelt es sich um Kinderbuch.

2016 sind insgesamt 17.060 neue Bücher erschienen

Auch bei den Neuerscheinungen fallen die literarisch-kulinarischen Titel mit 58 % ins Gewicht.

Durchschnittlich werden von jedem Buch 300 Exemplare verkauft. Neue Bücher kosten im Durchschnitt 14,73 Euro, Romane 15,29 Euro in Flandern.

Nach langen Diskussionen hat Flandern im vergangenen Jahr einen 'festen' Buchpreis eingeführt. Das heißt, der Verlag bestimmt den Preis eines neuen Buches. Der Buchhändler darf 6 Monate lang nur höchstens 10 % Rabatt auf die Neuerscheinungen geben. Mit dem festen Buchpreis wolllte Kulturminister Sven Gatz (Open VLD) u. a. den Qualitätsbuchhandel unterstützen.