Deutsches U-Boot in der Nordsee lokalisiert Autor: A.Kockartz

Di 19/09/2017 - 10:28 Update: Di 19/09/2017 - 13:16 A.Kockartz In der Nordsee in belgischen Hoheitsgebiet ist ein deutsches U-Boot aus dem Ersten Weltkrieg entdeckt worden. An Bord dieses U-Bootes befinden sich möglicherweise noch die sterblichen Überreste der aus 23 Seeleuten und Marinesoldaten bestehenden Besatzung. Dies ist angeblich das am besten erhaltene U-Boot, dass in belgischen Gewässern gesunken ist.
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Das deutsche U-Boot aus dem Ersten Weltkrieg liegt in einer Tiefe von rund 30 m in belgischem Hoheitsgebiet vor der Nordseeküste. Die exakte Lage des Bootes wird nicht bekannt gegeben, um "Abenteurer" nicht die Möglichkeit zu bieten, dorthin zu tauchen. Das U-Boot soll nicht beschädigt oder gar geplündert werden, hieß es dazu und es gilt als "Seemansgrab".

Nach Angaben von Carl De Caluwé, dem Gouverneur der Provinz Westflandern, zu der auch weite Teile der belgischen Nordseeküste gehören, ist das U-Boot in besonders gutem Zustand: "Wir gehen davon aus, dass sich die Leichen der Besatzungsmitglieder noch an Bord befinden."

Wissenschaftler und Historiker sind davon überzeugt, dass es sich bei diesem Boot um ein U-Boot vom Typ UB-II handelt, ein Unterseeboot der deutschen Kriegsmarine aus dem Ersten Weltkrieg, dass zum "Marinekorps Flandern" gehörte. Dieses Korps, das von Zeebrügge und Ostende aus operierte, versenkte unzählige Schiffe u.a. im Ärmelkanal.

Mutmaßlich ist die Besatzung noch an Bord, was aus der Beobachtung geschlossen wird, dass alle Luken verschlossen sind. Die Standardbesatzung eines UB-II bestand nach Historiker-Informationen aus 22 Mann Besatzung und einem Kommandanten.

Durch eine Mine gesunken?

Obschon sich das U-Boot in besonders gutem Zustand befinden soll, sind überall Beschädigungen zu entdecken. Aus Schäden am Bug soll zu erkennen sein, dass das Boot durch Mineneinschlag gesunken sein könnte.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die Explosion oberhalb des Bootes ereignet hat. Möglicherweise war dies eine sogenannte "Kontaktmine", die an einem Kabel befestigt unter der Wasseroberfläche trieb. Das UB-II könnte die Mine mit seinem Ruderwerk mitgezogen haben und so die Explosion quasi selbst ausgelöst haben.

Insgesamt sind 11 Wracks von U-Booten vor der belgischen Nordseeküste bekannt und überliefert. Um welches Boot es sich hier genau handelt, muss ein weiterer und letzter Tauchgang der Wissenschaftler ergeben. In diesem Fall könnte es sich um eines von drei ganz bestimmten Wracks handeln.

Dazu muss aber die Seriennummer des UB-II kontrolliert werden und diese soll sich an der Schraube des Bootes befinden. Auf den bisher angefertigten Unterwasserfotos und Kamerabildern ist diese zur Identifikation so wichtige Nummer noch nicht erkennbar.

Ist diese Nummer erkannt, können die 23 Seeleute und Marinesoldaten mit Hilfe der deutschen Behörden identifiziert werden, hofft Provinzgouverneur De Caluwé.