Standortmarketing: Aus der DG wird Ostbelgien Autor: A.Kockartz

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Do 16/03/2017 - 14:29 A.Kockartz Die Bezeichnung „Deutschsprachige Gemeinschaft“ oder DG hat als Marke für die gemeinhin auch als Ostkantone bekannte Grenzregion zu Deutschland hat ausgedient. Von jetzt an wird die Region der deutschsprachigen Belgier im Osten des Landes als „Ostbelgien“ vermarktet. Ziel der Umbenennung auf einen Ausdruck, der eigentlich schon lange geläufig ist, soll eine effizientere Außendarstellung sein.

Ostbelgien heißt jetzt „Ostbelgien“, doch die Bezeichnung „Deutschsprachige Gemeinschaft“ hat damit nicht wirklich ausgedient, denn der Name bleibt im verfassungsrechtlichen Rahmen weiter im föderalen Belgien bestehen.

Belga

Ziel dieser Umbenennung, die in dieser Woche offiziell verkündet wurde, ist nach Aussagen von Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG - kl. Foto) der Region zu einem attraktiveren und nachhaltigen Image zu verhelfen, auch auf dem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt:

„Die relativ niedrigen Geburtsraten und die Vergreisung sorgen dafür, dass nicht ausreichend Arbeitskräfte vorhanden sind, um die zu ersetzen, die in Rente gehen. Wir müssen also auf Einwanderung, vor allem aus den Nachbarregionen setzen. Darüber hinaus sind auch Investitionen und die Ansiedlung von Unternehmen Faktoren für unsere Zukunft.“

Mehr als nur das Image

Natürlich soll der neue alte Begriff „Ostbelgien“ auch zur touristischen Selbstdarstellung dienen und nicht zuletzt auch zur eigenen Identifikation der Ostbelgier selbst. Es geht aber um mehr als das nur um das Image, wie die Internetseite „Ostbelgien Live“ (bisher DG Live) darstellt:

„Nur attraktive Standorte ziehen Menschen an und wachsen. Nur die Möglichkeit, Fachkräfte einzustellen, lässt Unternehmen in eine Region investieren. Und nur attraktive Standorte ziehen auch Touristen an. Einheit und eine gemeinsame Botschaft existieren aufgrund der vielen verschiedenen Marken nicht. Das soll sich ändern. Das Standortmarketing betrifft also sämtliche Lebensbereiche. Und die Frage nach dem Standort stellt sich vor allem beim Übergang in eine neue Lebensphase:

Wo mache ich meine Ausbildung?
Wo will ich arbeiten?
Wo sollen meine Kinder aufwachsen?
Wo kann ich mein Unternehmen gründen?
Wo will ich alt werden?

Ein Standort, der versäumt, sich erfolgreich zu positionieren, riskiert wirtschaftlichen und sozialen Stillstand. Vor diesem Hintergrund ist ein griffiger und eindeutiger Name der erste Schritt zu mehr Wohlstand, Fachwissen und Lebensqualität. Bisher wurden die Angebote und Initiativen in Ostbelgien unter verschiedenen Begriffen kommuniziert und vermarktet. Einheit und eine gemeinsame Botschaft existieren aufgrund der vielen verschiedenen Marken nicht.

Das soll sich ändern:

Regierung und Ministerium werben für die "DG".
Die Tourismusdestination wirbt für "Ostbelgien".
Die Marke "Made in Ostbelgien" wirbt für regionale Produkte.
Die duale Ausbildung wird als "Made in DG" vermarktet.

Einheit und eine gemeinsame Botschaft existieren aufgrund der vielen verschiedenen Marken nicht. Das soll sich ändern! Mit der Erkenntnis, dass jeder für sich alleine zu wenig Werbekraft am Markt hat, soll die Dachmarke "Ostbelgien" die verschiedenen Aktivitäten bündeln.“