"Schafft einheitliche Unternehmenssteuern!" Autor: A.Kockartz

Mi 11/10/2017 - 13:12 A.Kockartz Agoria, der Dachverband der belgischen Technologie-Unternehmen, fordert von der Regierung, dass sie einen einheitlichen Steuertarif für Unternehmen festlegt. Dabei empfiehlt der Verband einen Steuersatz von 22 %. In den Plänen der Regierung wird ein fiskaler Unterschied zwischen kleinen und großen Unternehmen gemacht.

Agoria ist der Dachverband aller Unternehmen aus dem Bereich Technologie und produzierende Industrie mit Schwerpunkt Metall und Dienstleistung. Hierzu gehören z.B. die hiesige Automobilindustrie oder die Stahlverarbeitung, aber auch Dienstleistungs-Anbieter, wie die Telekommunikations-Unternehmen oder die IT-Welt.

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In seiner halbjährlichen Konjunkturanalyse ruft Agoria zu einem einheitlichen Steuertarif für die Unternehmen auf, der auf 22 % gesenkt und gefestigt werden soll. Im sogenannten „Sommerabkommen“, dass die belgische Bundesregierung kurz nach den Ferien verabschiedete, wird hier ein Unterschied gemacht und zwar zwischen kleinen und großen Unternehmen. Das ist nach Ansicht von Agoria keine gute Idee.

Laut Regierungsplänen soll der Steuersatz für kleine und mittelständische Unternehmen auf 20 % gesenkt werden und der Tarif für Großunternehmen und Konzerne auf 25 %. Alles andere, so der Verband sei „diskriminierend“ und deshalb wird das „schwedische Modell“ empfohlen, dass einen Einheitstarif vorsieht.

Agoria-CEO Marc Lambotte (kl. Foto) sagte dazu, dass die Regierung endlich mit dem fiskalen Kuhhandel für bestimmte Sektoren aufhören sollte: „Keine Regelungen, keine Ausnahmen. Für jeden der gleiche Tarif. Warum wird das Baugewerbe extra unterstützt, während in der produzierenden Industrie mindestens genauso viele Jobs verloren gehen?“

Wachstum vs. offene Stellen

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Agoria erwartet im Technologie- und Industriebereich einen Anstieg der Arbeitsstellen um bis zu 10.000 Beschäftigte im Zeitraum 2016-2018. Angesichts der Investitionsfreudigkeit in Belgien flirte man mit „Hochkonjuktur“, so CEO Lambotte. Und doch habe diese positiven Konjunkturwerte eine Kehrseite auf ihrer Medaille.

Durch Konkurse und Betriebsschließungen, wie z.B. bei Caterpillar und bei entsprechenden Zulieferfirmen gingen auch 3.200 Stellen verloren, so Agoria. Ein weiteres Problem bleiben die vielen offenen Stellen hierzulande. Laut Agoria und dies entwickele sich mittlerweile zum Problem N°1. Konkret werden bis zu 9.000 Informatiker gesucht und die Produktion braucht dringend tausende Handerker und Techniker…