Fipronil - Imageschaden für Belgiens Export? Autor: A.Kockartz

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Sa 12/08/2017 - 11:28 A.Kockartz Die Lebensmittelindustrie in Belgien befürchtet mittelfristig durch den Fipronil-Skandal einen Imageschaden. Der Bundesverband der belgischen Lebensmittelindustrie FEVIA beobachtet seit dem Eierskandal bereits einige „irrationale“ Vorgänge in Ländern, die Produkte aus unserem Land importieren und warnt deshalb vor weiteren Folgen.

In einigen EU-Staaten, z.B. in Frankreich und in Großbritannien, wurden in Belgien hergestellte Lebensmittel, in denen Eier verarbeitet werden, aus den Regalen der Warenhäuser genommen und Südkorea (Foto oben) droht damit, überhaupt keine Nahrungsmittel mehr als Belgien ins Land zu lassen.

Nicholas Courant, der Sprecher des belgischen Lebensmittelverbandes FEVIA sagte dazu in der vergangenen Woche gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass man hier von rationalem Denken weit entfernt sei: „Es ist beunruhigend, dass einige Länder damit drohen, Lebensmittel aus den Regalen zu holen, wie gar keine Eier enthalten. Das beweist doch, dass Rationalität hier verschwunden ist.“

Belga

Länder, die jetzt den Import von Lebensmitteln aus Belgien blockieren, fordern Maßnahmen, wie z.B. eine Garantie darüber, dass die betroffenen Produkte nachweislich seit sechs Monaten Fipronil-frei sein müssen. Doch bei FEVIA heißt es dazu, dass in diesem Zeitraum Lebensmittel gar nicht auf das Insektenmittel Fipronil hin geprüft wurden.

In den vergangenen Jahren haben FEVIA und die belgische Bundesregierung intensiv und mit hohem Aufwand Werbung in den wachsenden Exportmärkten betrieben, u.a. in Südkorea. Kernpunkt der Kampagnen war das Thema Lebensmittelsicherheit. Unser Land setze alles daran, dieses Image hochzuhalten, so FEVIA-Sprecher Courant: „Wir haben enorme Möglichkeiten, zu investieren und zu wachsen. Und wir müssen alles daransetzen, diese Länder weiter davon zu überzeugen, dass die Nahrungsmittelsicherheit bei uns noch immer garantiert ist.“

Der Verband bittet Bundeslandwirtschaftsminister Denis Ducarme (MR) darum, dabei zu helfen, dass die Märkte im Ausland „einen kühlen Kopf behalten“. FEVIA fordert auch ein EU-weite Rücksprache zu diesem Thema: „Wir fordern deutliche und aufgeschriebene Richtlinien der EU-Kommission, an die sich jeder zu halten hat. So vermeiden wir, dass jedes Land alleine seine eigenen Regeln erlässt, denn sonst finden wir kein Ende.“