"One Belt One Road" von Caofeidian bis Antwerpen Autor: A.Kockartz/Engineeringnet.be

Sa 10/06/2017 - 15:34 A.Kockartz/Engineeringnet.be Der Hafen von Antwerpen (Foto) hat ein Kooperationsabkomme mit dem Hafen von Caofeidian in China vereinbart. Dieses Abkommen ist ein Teil des „One Belt One Road“-Projekts, ein Projekt, mit dem China seine Hafen- und Industriestandorte enger mit den wichtigsten Handelszentren u.a. in Europa verbinden will. Caofeidian ist ein noch junger Hafen, der rasch an Wichtigkeit zugenommen hat.

Dieser dynamische Hafen liegt im Norden der Bohai-Bucht in China. Dort wurden im vergangenen Jahr rund 260 Mio. Tonnen nWaren und Güter behandelt. Alleine 36 Mio. Tonnen davon betrafen Stahl und Stahlprodukte. Dies bringt diesen chinesischen Hafen in Verbindung mit dem Hafen von Antwerpen, denn dieser flämische Seehafen ist der wichtigste Stahlhafen Europas.

Dort konzentrieren sich gleich mehrere spezifische Aktivitäten in diesem Bereich. Schon jetzt werden Stahlprodukte in einem Volumen von 500.000 bis 700.000 Tonnen zwischen Antwerpen und Caofeidian verschifft - in beiden Richtungen.

Diese jetzt vereinbarte Kooperation betrifft aber nicht unbedingt den Stahltransport auf hoher See, auch wenn seit dem Start einer direkten Linienverbindung zwischen Antwerpen und Caofeidian auch der Wasserweg besser erschlossen wird. Um den Handel zwischen beiden Häfen zu vertiefen, wird jetzt die Möglichkeit einer Schienenverbindung zwischen beiden Standorten geprüft.

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wird das maritime Trainings- und Weiterbildungsinstitut APEC-Antwerp/Flanders Port Training Center Hafenpersonal aus Caofeidian ausbilden. Ein weiterer Kern der Übereinkunft wird eine beiderseitig erfolgende PR-Tätigkeit durchgeführt und der Austausch von relevanter internationaler Information wird ausgebaut.

"One Belt One Road"

Das „One Belt One Road“-Projekt (OBOR) wurde von Seiten der chinesischen Handels- und Wirtschaftsbehörden 2013 aus der Taufe gehoben. Das ambitionierte Projekt soll die wichtigsten chinesischen Wirtschaftszentren und Industriehäfen besser an die entsprechenden Stellen in Asien, dem Mittleren Osten und Europa anbinden. Das Projekt behandelt sowohl den Seeweg, als auch die Bahnverbindung, die der klassischen „Seidenstraße“ folgen soll (erste Züge fahren bereits). Auf maritimer Ebene sollen in Zukunft auch die Häfen in Süd-Ost-Asien und die Länder rund um den Indischen Ozean in Betracht gezogen werden.