Wirtschaftsminister Peeters reagiert zu DHL Autor: A.Kockartz

Do 11/05/2017 - 10:41 A.Kockartz Belgiens Wirtschaftsminister Kris Peeters (CD&V - Foto) lässt die Vorgänge bei DHL Aviation am Flughafen von Zaventem untersuchen. Im Rahmen einer VRT-Reportage kam heraus, dass der Kurierdienst Zeitarbeitskräfte teilweise monatelang über Eintages-Verträge beschäftigt. Zudem erweisen sich die Arbeitsumstände bei DHL am Flughafen als grenzwertig in Sachen Arbeitsrecht.

Nach der am Mittwochabend ausgestrahlten Reportage zu den Arbeitsumständen bei DHL am Brussels Airport in der VRT-Sendereihe „Pano“ reagierte das Unternehmen abwehrend auf die Vorwürfe. Man lasse Zeitarbeitskräfte nie länger als 20 Tage am Stück mit Tagesverträgen arbeiten. Danach würden Wochenverträge vereinbart. Doch ein Undercover-Reporter der VRT fand heraus, dass dort wochen- oder monatelang von Tag zu Tag gearbeitet wird. Schon der Trailer zu „Pano“ am Mittwochmittag wirbelte Staub auf und jetzt ist DHL deutlich in Zugzwang. Die Direktion in Zaventem kündigte umgehend eine interne Untersuchung an.

AP

Den Vorgang untersuchen lässt jetzt auch Bundeswirtschaftsminister Kris Peeters, der gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion angab, schockiert zu sein. Der flämische Christdemokrat will wissen, was da vor sich geht: „Ich habe einige Aktionen angeordnet. Zuerst eine Untersuchung der Vorgänge bei DHL und anderen Unternehmen durch die Arbeitsverwaltung (seines Ministeriums (A.d.R.))“.

Daneben kündigte Peeters ein Arbeitstreffen mit den Sozialpartnern und der Arbeitsinspektion in seinem Kabinett an: „Hier besteht eine ‚Kollektive Arbeitsübereinkunft‘ (CAO), nach der hier mit Selbstregulierung gearbeitet wird. Dies besagt, dass sich der Sektor darauf geeinigt hat, alles selbst zu regulieren, doch dies scheint nicht zu gelingen.“

Peeters stellt sich offen die Frage, ob die Arbeitsinspektion hier nicht aktiver vorgehen kann, wobei präventiv vorgegangen wollte und nicht erst nach Klagen. Dass DHL eine eigene interne Untersuchung vornehmen will, nimmt der Wirtschaftsminister zur Kenntnis. Belgiens Staatssekretär für den Kampf gegen Betrug, der flämische Liberale Philippe De Backer (Open VLD), muss Wirtschaftsminister Peeters beipflichten, denn auch er muss feststellen, dass die Selbstregulierung im Sektor der Kurierdienste und im Onlinehandel in unserem Land nicht wirklich gut funktioniert.