"1917, Der totale Krieg in Flandern" Autor: A.Kockartz

Belga
Do 01/06/2017 - 13:10 A.Kockartz Sieben Kommunen aus der Provinz Westflandern haben ihre Kräfte gebündelt, um die Geschichte und die Geschichten aus dem Jahr 1917 zu erzählen. Vor genau 100 Jahren wütete der Erste Weltkrieg in Flandern und vor allem auf den Schlachtfeldern in Westflandern an allen Fronten. Der Begriff "totaler Krieg" war damals in Flandern auf tragische Weise, wie man heute weiß, wörtlich zu nehmen.

"1917, Der totale Krieg in Flandern" ist der Überbegriff einer gemeinsamen Herangehensweise der sieben westflämischen Städte und Gemeinden Ypern, Mesen, Heuvelland, Zonnebeke, Houthulst, Langemark-Poelkapelle und Poperinge an die dramatischen Ereignisse vor genau 100 Jahren.

Zwei Ereignisse markieren den Sommer 1917 im Laufe des Ersten Weltkriegs in der heutigen Provinz Westflandern ganz besonders und zwar der Minenkrieg rund um Mesen und die dritte Schlacht um Ypern. In diesem Jahr eskalierte der Krieg in Flandern an allen Fronten und wurde zum "totalen Krieg", der zum ersten Mal in der Weltgeschichte quasi industrielle Ausmaße nahm und nichts und niemanden schonte.

Vor diesem historischen aber auch komplexen Hintergrund soll dieser Teil der Kriegsgeschichte aus 1914-1918 möglichst genau erklärt und erzählt werden und deshalb taten sich die sieben oben genannten Kommunen aus der sogenannten „Westhoek“ zusammen, um dies pädagogisch, historisch und touristisch aufzuarbeiten. Im „Flanders Fields“-Museum in Ypern ist dazu eine Übersichtsausstellung zu sehen, die den Besuchern empfiehlt, die anderen Ausstellungen vor Ort in den weiteren damals betroffenen Kommunen zu besuchen.

Jede der daran teilnehmenden Gemeinden erzählt die Ereignisse von damals aus einer anderen Blickrichtung: Zonnebeke legt den Fokus auf der Landschaft im Großen Krieg, Heuvelland auf den Minenkrieg, Mesen auf persönliche Geschichten von Soldaten aus Neuseeland, Langemark-Poelkapelle legt den Blickwinkel auf die Franzosen, Houthulst auf die Artilleriestellungen und Poperinge auf die Versorgung der Verletzten.

Informationsbroschüren und ein kostenloser Besucherführer in mehreren Sprachen bieten praktische Infos und empfehlen Wander- und Fahrradwege, über die die verschiedenen Ausstellungen und die jeweils betroffene Umgebung aus nächster Nähe zu erkunden sind. Die Ausstellungen sind täglich vom 3. Juni bis zum 31. Dezember zu sehen. Weitere Infos bietet die Webseite des „Flanders Fields“-Museums in Ypern.