31/10/1914: Die Polder werden geflutet Autor: A.Kockartz/U.Neumann/kha

Fr 31/10/2014 - 12:03 A.Kockartz/U.Neumann/kha Der Erste Weltkrieg war der erste Krieg, der durch zahlreiche Fotos dokumentiert wurde. Wir zeigen täglich Bilder, die inzwischen genau hundert Jahre alt sind. Unser heutiges Bild ist eine Zeichnung, die die Flutung der Polder um Diksmuide zeigt.
Mehr Fotos des Tages:

Die Flutung der Polderlandschaften zwischen der Yser und den Bahndamm der Eisenbahnlinie von Nieuwpoort und Diksmuide überraschte die deutschen Einheiten Ende Oktober völlig. Die Armeeführung des deutschen Kaiserreichs hatte anfangs gar nicht begriffen, dass diese Flutung ein Schachzug der belgischen Armee war. Die Deutschen glaubten zunächst, dass der heftige Regen der vorangegangenen Tage die Yser über deren Ufer treten ließ.

30/10/1914: Verletzte Soldaten in Brügge

Im besetzten Belgien wurde schnell deutlich, dass die deutsche Armee schwere Verluste im Westhoek erlitt. Überall strömten verletzte Soldaten zum Bahnhof von Brügge, der zu einem Krankenhaus umfunktioniert wurde.

29/10/1914: Spähtruppen beschießen den anrückenden Feind bei Antwerpen

Belgische Spähtruppen beschießen den näher rückenden Feind. Der niederländischen Illustrierten 'Wereldkroniek' zufolge ist das Foto hinter einer Scheune entstanden. Folgender Kommentar begleitet das Bild: "Auf uns hinterlässt es immer wieder einen übermenschlichen Eindruck: Seine Pflicht ruhig erfüllen, während die Kugeln einem um die Ohren fliegen und die Kameraden links und rechts fallen ... Alle Armeen, ohne Ausnahme, zählen jetzt unzählige Helden. Es ist ein fürchterlicher Gedanke, dass ein Krieg notwendig schein, um solch hehre Gefühle zum Ausdruck bringen zu können. Wenn man die menschlichen Fähigkeiten und das Material, das so verschwendet wird, inunsere Gesellschaft investieren würde, bekämen wir eine bessere Welt!“

28/10/1914: Die Ruine von Ramskapelle

Übrig geblieben in den Trümmern der Kirche von Ramskapelle ist nur noch diese Skulpturengruppe, die die Grabeslegung Jesu Christi zeigt. Die Kapelle ist eines der meist fotografierten Motive während des Ersten Weltkriegs und wird oft verwendet, um die "Barbarei" der Deutschen zu illustrieren. Allerdings war die Kirche bei der ersten Schlacht um Iepern zwischen die kämpfenden Parteien geraten.

27/10/1914: Britische Ambulanz hinter der Front

Während die belgische Armee an der Yserfront schwere Verluste im Kampf gegen die Deutschen hinnehmen mussten, halfen hinter der Front dutzende Ärzte sowie Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger in den Lazaretten aus, die Verletzten zu versorgen. Bis 1915 ließen die britische Armee und das britische Rote Kreuz nicht zu, dass Frauen hinter der Front helfen durften. Weibliche Freiwillige Ärzte und Pfleger gingen deshalb für die Armeen anderer Länder an die Front in die Lazarette, z.B. für die belgische Armee.

26/10/1914 - Mittagspause in Diksmuide

Unser heutiges Foto zeigt französische Marine-Schützen, die am Rande der ersten Flandernschlacht in der Gegend um Diksmuide ihr Mittagsessen zu sich nehmen. Die Einheiten der französischen Marine-Schützen, die bei der Verteidigung der Yser-Tiefebene eine wichtige Rolle spielten, stammten überwiegend aus der Bretagne, wie die Chronisten heute zu berichten wissen.

25/10/1914: Flüchtlinge kehren aus Holland zurück

Ab Ende Oktober 1914 kehrten die ersten Flüchtlinge aus Belgien in ihre Heimat, zum Beispiel nach Antwerpen zurück, weil die Kämpfe dort zu Ende waren. Schon kurz nach der deutschen Besetzung rief die Stadtverwaltung von Antwerpen dazu auf, wieder zurückzukehren. Bäcker, Metzger und diverse Kleinhändler wurden sogar dazu verpflichtet, binnen 12 Tagen ihre Läden wieder zu öffnen. Sonst, so die Drohung, würden ihre Geschäfte enteignet und anderen Betreibern zugewiesen. Auch die niederländischen Behörden rieten den belgischen Kriegsflüchtlingen dringend zur Rückkehr in ihre Heimat.

24/10/2014: Deutsche erleiden hohe Verluste

Gegen Ende Oktober 1914 gelang es deutschen Truppen an einigen Stellen den Fluss Yser zu überqueren, doch dabei gerieten sie unter schweren Artilleriebeschuss von Seiten der Alliierten. Eine Zeichnung, die damals in der Zeitschrift „Pays de France“ erschien, zeigt deutsche Einheiten, denen durch die Artillerie schwere Verluste hinnehmen mussten.

23/10/1914: König Albert I. bei seinen Soldaten in Pervijze

Unser heutiges Foto des Tages zeigt König Albert I. bei seinen Soldaten in Pervijze (Westflandern). Viele belgische Soldaten bezeugten, dass der König plötzlich an ihrer Seite an der Front erschien. Das hat sicherlich zu seiner Beliebtheit beigetragen.

22/10/1914: Gefangener Offizier bezeugt Respekt

Rechts neben dem Reiter ist auf diesem Foto ein deutscher Offizier zu sehen, der eine belgische Standarte grüßt, an der er und seine gefangen genommenen Kameraden vorbeimarschieren. Eine Standarte ist für jede Einheit in jeder Armee eines jeden Landes ein Symbol mit größter Wertschätzung, das nicht in die Hände eines Feindes gelangen darf. Truppen, die Standarten ihrer Gegner erbeuten, nutzen diese als Zeichen des Triumphs. Das der in Kriegsgefangenschaft geratene deutsche Offizier die Standarte seiner belgischen Kontrahenten grüßt, ist ein Zeichen der militärischen Ehre und des Respekts vor dem Feind.

21/10/1914: Skizze der Schlacht bei Nieuwpoort

Diese zeitgenössische Skizze zeigt die Schlacht bei Nieuwpoort in zwei Teilen: Vorne sieht man die Dünen zwischen Nieuwpoort und Lombartsijde mit den Details, wo sich die Belgier und die Franzosen eingegraben haben und dahinter verbirgt sich eine größere Darstellung des gesamten Gebiets.

In der Mitte Nieuwpoort mit den Dünen an der rechten Seite und links dahinter britische Schiffe, die die deutschen Stellungen beschießen. Die britische Unterstützung von Seeseite her spielte während der Schlacht an der Yser eine bedeutende Rolle.

20/10/1914: Belgische und französische Soldaten verstecken sich

Belgische und französische Soldaten verstecken sich hinter einigen mit Kohle beladenen Bahnwaggons in der Nähe von Nieuwpoort.

19/10/1914: Erneut deutsche Kriegsverbrechen

Zum letzten Mal begeht die deutsche Wehrmacht in Belgien abscheuliche Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung, als sie bei ihrem Vormarsch auf unerwarteten Widerstand stößt. In den westflämischen Ortschaften Roeselare, Esen, Beerst, Ledegem, Staden und noch einigen anderen Dörfern werden vom 19. bis zum 21. Oktober 1914 mehr als 160 Bürger ermordet. Die Kriegsgräuel sind der Auslöser eine Massenflucht tausender belgischer Zivilisten.

18/10/1914: Militärparade in Marseille

Britisch-indische Truppen paradieren durch die Straßen von Marseille, kurz nachdem sie am Hafen der Stadt angelegt hatten. Diese Truppen werden in der Nähe von Ypern eingesetzt. Anfang 1915 werden sie an andere Fronten verlegt. Sie sind den kalten und feuchten flämischen Feldern nicht gewachsen.

17/10/1914: Freiwillige in der französischen Armee

In Tunis melden sich Freiwillige zum Dienst in die französische Armee. Rund 9.000 an einem Tag, schreibt eine französische Zeitschrift.

16/10/1914: Pferde aus Südamerika für den Krieg

Unser Foto des Tages zeigt, wie Pferde aus Südamerika in Ladekisten aus Schiffen im Hafen von Bordeaux in Südfrankreich abgeladen werden. Auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs in Flandern und Nordfrankreich wurden zehntausende Pferde eingesetzt und letztendlich auch geopfert. Die meisten dieser Pferde wurden nicht unbedingt aus Kriegsgründen in Europa selbst requiriert, sondern aus Süd- oder Nordamerika „importiert“, bzw. als Kriegshilfe von dort aus zur Verfügung gestellt.

15/10/1914: Verwüstete Häuser in Antwerpen

Das Bild zeigt den Schoenmarkt in Antwerpen nach den Zerstörungen durch die Bombardements der Deutschen. Diese hatten die Scheldemetropole tagelang mit Artillerie und von Flugzeugen oder Zeppelinen aus beschossen und bombardiert. Dort, wo unser Foto des Tages vor 100 Jahren zerstörte Häuser zeigt, wurde in der Zeit zwischen 1929 und 1931 der Boerentoren (der Bauernturm) gebaut.

14/10/1914: Belgische Flüchtlinge in Rotterdam

Unser heutiges Bild zeigt belgische Flüchtlinge auf einem Kai in Rotterdam. Das Los der Belgier löste in den Niederlanden eine Welle der Solidarität aus. Außer in vorübergehenden Lagern fanden viele Flüchtlinge auch Unterkunft in Privathaushalten. Allein in Amsterdam waren es mehr als 20.000. (Archiv des Verteidigungsministeriums)

13/10/1914: Zuflucht in Strandkabinen gefunden

Viele Belgier, die vor den Deutschen aus ihren Heimatorten geflohen waren, versuchten in die Niederlande zu kommen. War ihnen der Weg dorthin versperrt, versuchten sie entlang der belgischen Nordseeküste nach Frankreich oder nach England zu flüchten. Auf ihrer Flucht fanden einige von ihnen für kurze Zeit ein Dach über dem Kopf in den Strandkabinen von Ostende. (Kollektion Königliches Armeemuseum, KLM)

12/10/1914: Deutsche Fahne am Genter Rathaus

Am 12. Oktober nimmt die deutsche Armee ohne jede Gegenwehr Gent ein. Bei Annäherung der Deutschen will die belgische Armee noch einige wichtige Brücken sprengen, aber das gelingt ihr nicht mehr. Aufgrund des großen Volksansturms überall wird die Ausführung des Plans zu gefährlich. (Kollektion Königliches Armeemuseum, KLM)

11/10/1914: Französische Marinesoldaten haben deutsche Helme erbeutet

Französische Marinesoldaten haben deutsche Helme in der Gegend von Gent erbeutet. Die französischen Marinesoldaten sind mit ihren Kappen und den Bommeln darauf gut zu erkennen. Sie werden noch eine wichtige Rolle an der IJzer spielen. Die französischen und britischen Soldaten hatten der belgischen Armee geholfen, den deutschen Vormarsch südöstlich von Gent zu stoppen und den Abzug der belgischen Armee zu schützen. In Melle wird zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen schwer gekämpft. Die Franzosen, Briten und die belgische Armee ziehen sich am 11. Oktober in Richtung Westflandern zurück.

10/10/1914: Maldegem - Soldaten auf dem Rückzug

Verschiedene belgische Einheiten begegnen sich während des Rückzugs in Richtung belgische Küste in der Ortschaft Maldegem in Ostflandern an einem Bahnübergang. Während die einen mehr oder weniger gemütlich mit dem Zug fahren, legen die anderen einen mehrere Tage dauernden Gewaltmarsch zurück. Einige der wenigen Pausen war wohl dieser durch eine geschlossene Bahnschranke erzwungene Zwangsstopp.

09/10/1914: Deutsche Truppen nähern sich Lokeren

Dieses Foto zeigt deutsche Soldaten, die sich der Stadt Lokeren in der Provinz Ostflandern nähern, während die Bevölkerung die Flucht antritt.

08/10/1914 - Erste Bomben auf Antwerpen

Das Bild zeigt eine farbige Postkarte, die die ersten Bombenangriffe auf Antwerpen darstellt. Am 8. Oktober 1914 um Mitternacht begannen die Deutschen die strategisch wichtige Hafenstadt Antwerpen zu bombardieren. Dazu nutzten sie Flugzeuge und Zeppeline. Aber auch großkalibrige Artillerie beschoss die Stadt aus vollen Rohren.

07/10/1914: Londoner Doppeldecker in Mortsel

An der Verteidigung Antwerpens gegen die Deutschen im Herbst 1914 waren auch britische Einheiten beteiligt. Die Briten brachten sogar ihre eigenen Transportmittel mit, um ihre Soldaten an die Front zu bringen. So kam es zu diesem Foto aus der Sammlung des belgischen Armeemuseums, das mehrere der schon damals berühmten Doppeldeckerbusse aus London zeigt, die zu Truppentransporten in Belgien eingesetzt wurden. Das Foto wurde in Mortsel im Ortsteil „Oude God“ unweit von Antwerpen aufgenommen.

06/10/1914: Belgische Soldaten in Dendermonde

In Schoonaarde bei Dendermonde versucht die belgische Armee, mit großer Mühe zu verhindern, dass die Deutschen die Schelde überqueren. Die belgische Artillerie hat eine Teefabrik angezündet, in dem sich deutsche Soldaten versteckt halten.

Der Rauch ist Kilometer weit zu sehen (Archiv des Verteidigungsministeriums).

03/10/1914: Verwundete belgische Soldaten

Verletzte belgische Soldaten am Bahnhof von Ostende: Sie sind für die Weiterfahrt nach England oder Frankreich bereit. Als klar wird, dass die Festung Antwerpen nicht mehr lange stand halten wird, beginnt die belgische Armee Anfang Oktober mit dem Abtransport nicht wichtigen Materials aus Antwerpen nach Ostende. Auch rund 20.000 Verletzte werden in Sicherheit gebracht - eine gigantische Operation, die von den Deutschen unbemerkt bleibt. (Archiv des Verteidigungsministeriums)

02/10/1914: Eine bunte deutsche Postkarte

Diese deutsche Postkarte aus dem Ersten Weltkrieg illustriert den Einschlag einer 42 cm-Granate, die von einer Dicken Bertha abgefeuert wurde und in Antwerpen eingeschlagen ist.

Im Herbst 1914 wütete der Kampf um die Scheldemetropole Antwerpen sehr heftig. Gezeichnete Postkarten von solchen Granateinschlägen kamen damals rasch in Umlauf. Abbildungen von den Kanonen allerdings wurden erst später publik. Die Postkarte stammt aus der Privatsammlung von P. Brion.

01/10/1914 - Ein Panzerzug bei Antwerpen

Während der Verteidigung der Hafenstadt Antwerpen gegen die Deutschen wurden im Herbst 1914 auch Panzerzüge eingesetzt. Diese gepanzerten Züge waren oftmals mit Geschützen ausgerüstet, doch auch mit Gewehren bewaffnete Soldaten schossen aus dieser gesicherten Lage auf den Feind.

Diese Panzerzüge waren für die belgische Armee insofern interessant, als das schon damals besonders engmaschige belgische Schienennetz für eine gewisse Flexibilität sorgte, so dass diese Züge rasch ihre Standorte ändern konnten. Auch dieses Foto stammt aus dem KLM-Archiv der belgischen Armee.