Belgien sucht Alternativen zu Glyphosat Autor: A.Kockartz

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Di 28/11/2017 - 10:25 A.Kockartz Das Nein aus Belgien zur Verlängerung der Zulassung für das umstrittene Pestizid Glyphosat auf EU-Ebene hat nichts gebracht, weil mehrere europäische Mitgliedsländer, darunter überraschenderweise auch Deutschland, vor der entscheidenden Abstimmung ihre Ansicht dazu angepasst haben. Jetzt sucht Belgiens Agrarminister Denis Ducarme (MR) den Schulterschluss mit anderen Glyphosat-Gegnern, um nach Alternativen zu suchen.

Deutschland, Polen, Bulgarien und Rumänien hatten überraschenderweise vor der Glyphosat-Abstimmung bei der EU ihre angekündigte Enthaltung aufgegeben und für eine knappe Mehrheit für die Verlängerung der Zulassung für das umstrittene Pestizid Glyphosat gesorgt. Diese Entscheidung wird in Belgien bedauert.

Bundeslandwirtschaftsminister Denis Ducarme (MR - kl. Foto) will sich jetzt mit anderen EU-Mitgliedsländern, die gegen Glyphosat gestimmt haben - darunter die Nachbarländer Frankreich und Luxemburg, abstimmen, um nach Alternativen zu suchen. In Belgien reagierten die verschiedenen Instanzen in Bund und Ländern enttäuscht, wie z.B. auch Agrarminister Ducarme. Sein wallonischer Amtskollege Carlo Di Antonio (CDH) sprach z.B. von einer „traurigen Entscheidung“ Europas.

Die Verbraucherschutzorganisation Test Aankoop will mit dem Wiederstand gegen Glyphosat, bzw. gegen das Unkrautvernichtungsmittel Roundup von Monsanto, weitermachen und fordert ein Verkaufsverbot in unserem Land. Schon jetzt ist Privatleuten die Nutzung dieses Mittels untersagt, während es in der Landwirtschaft hierzulande weiter verwendet wird. Der belgische Bauernbund wollte gar eine Verlängerung der Zulassung um 15 Jahre.

Umstrittenes Pestizid

Glyphosat/Roundup steht im Verdacht, krebserregend zu sein, auch wenn dazu keine klaren Erkenntnisse vorliegen. Doch in weiten Teilen Europas ist dieses Mittel zumindest umstritten und wird mit Vorsicht behandelt. Gegner dieser Produkte, in Belgien u.a. die Grünen und der Verbraucherschutz, werfen den Pro-Stimmen nun vor, dem Druck der Industrie zu weichen.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass der Chemieriese Bayer Roundup-Erfinder Monsato gerade übernehmen will. Für Bayer würde ein Glyphosat-Verbot in diesem Zusammenhang für finanzielle Einbußen sorgen. Der deutsche Chemiekonzern ist auch in Belgien sehr aktiv und unterhält im Hafen von Antwerpen wichtige Produktions- und Vertriebsstandorte.