EU kündigt Krisensitzung zum Fipronilskandal an Autor: U. Neumann

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Fr 11/08/2017 - 10:28 Update: Fr 11/08/2017 - 12:47 U. Neumann Die Europäische Kommission will für den 26. September eine Sitzung mit den von der Fipronilkrise im Eiersektor betroffenen Länder einberufen. Das hat die EU-Kommission am Freitagmittag bestätigt. Zuvor hatte der EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Vytenis Andriukaitis, an die Mitgliedstaaten appelliert, sich nicht gegenseitig die Schuld zuzuschieben.

An dem Treffen am 26. September sollen die zuständigen Minister und Behördenvertreter der betroffenen Länder teilnehmen. Inzwischen hat der Eierskandal 17 Länder erreicht, 15 EU-Mitgliedsstaaten plus Hongkong und die Schweiz. Diese Angabe hat die EU-Kommission offiziell bestätigt.

Das Treffen solle stattfinden, sobald alle Fakten auf dem Tisch liegen, hatte Andriukaitis zuvor noch erklärt.

Seinen Ursprung hat der Skandal in Belgien und den Niederlanden.

"Wir müssen in allen Einzelheiten aufklären, was passiert ist", so der Litauer EU-Kommissar. "Wir brauchen eine umfassende Analyse dieses Falls." Die Experten müssten herausfinden, wo die Probleme entstanden seien - "damit wir uns zusammensetzen und über Lösungen und Folgen sprechen können".

Andriukaitis habe über seinen Vorschlag für eine Krisensitzung bereits mit dem belgischen Landwirtschaftsminister Denis Ducarme und den zuständigen Ministern in Deutschland und den Niederlanden, Christian Schmidt und Martijn van Dam gesprochen.

In den vergangenen Tagen hatten sich die drei Länder gegenseitig Vorwürfe gemacht. Ducarme hatte die Niederlande beschuldigt, schon im November 2016 über den illegalen Gebrauch von Fipronil im Eiersektor informiert gewesen zu sein, die Information aber nicht weitergeleitet zu haben. Van Dam hatte Ducarme seinen Unmut über diese Anschuldigung mitgeteilt. Andriukaitis forderte die Mitgliedstaaten auf, sich nicht gegenseitig den 'Schwarzen Peter' zuzuschieben.

"Wir haben ein gutes System", sagte er und verwies dabei auf das Europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel, Rapid Alert System. Man müsse jetzt zusammenarbeiten, anstelle Energie mit gegenseitigen Schuldzuweisungen zu verschwenden.

Sicher 17 Länder betroffen

Der französische Landwirtschaftsminister Stéphane Travert hat angekündigt, dass mehr als 200.000 aus Belgien und den Niederlanden importierten Eier, die mit Fipronil belastet sind, seit April in Frankreich auf dem Markt seien. Er fügte jedoch auch hinzu, dass das Gesundheitsrisiko besonders klein sei.

Neben Belgien, den Niederlanden, Deutschland und Frankreich sind auf jeden Fall auch Rumänien, die Slowakei, Dänemark, die Schweiz, Österreich, Schweden, Großbritannien und Luxemburg von dem Skandal betroffen sowie Irland, Italien, Polen, Slowenien und Hong Kong. Hier wurden mit dem Insektengift belastete Eier gefunden.